Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …

Ja, ja, die ruhige, besinnliche Zeit, in der man gemütliche Nachmittage zu Hause verbringt. Draußen schneit es und drinnen brennen Kerzen oder Lichtergirlanden und wir verbringen unsere Zeit mit Basteln, Malen, Singen, Plätzchen backen, Bratäpfel essen und vielen anderen romantischen Vorstellungen, die wir in Werbespots und Zeitschriften präsentiert bekommen.

Mal ganz ehrlich. Ist das bei einer von euch wirklich so???

Bitte, wenigstens Eine von euch soll mir erzählen, dass sie so tatsächlich ihre Vorweihnachtszeit verbringt. Auf der anderen Seite bin ich aber gar nicht sicher, ob ich das wirklich hören will …

Seit Jahren nehme ich mir nämlich genau diese Dinge vor (fast alle).

 Im nächsten Jahr werde ich die vielen 1.000 Plätzchenrezepte ausprobieren, die ich in den Zeitschriften lese. Ganz sicher! Nicht mehr nur die „ollen“ Butterplätzchen, die so schön schnell gehen und von den Kindern wunderbar dekoriert werden können.

Ich werde auf jeden Fall mal wieder in ein Wohnaccessoires Geschäft gehen und neue Deko für die Weihnachtszeit kaufen. Viele tolle Kerzen in Gläser gestellt, die wunderschön geschmückt sind. Ich werde neue Rezepte ausprobieren, die ich in den Kochzeitschriften finde und dieses Mal wird bestimmt auch Alles von jedem gegessen, weil die Kinder von Jamie Oliver das doch auch essen.

Wir werden den Fernseher, wenn überhaupt, nur ganz selten anhaben und ansonsten lieber gemütlich was lesen oder uns einfach mal unterhalten – bei Kerzenschein…

Es ist doch auch die Zeit für Gesellschaftsspiele und dann werde ich auf jeden Fall endlich mal wieder die Weihnachtslieder am Klavier üben um sie an Heilig Abend zu spielen …

So ungefähr sieht meine Vorsatzliste eigentlich jedes Jahr fürs nächste Jahr aus und ich frage mich jedes Mal aufs Neue – wer schafft das? Wie soll das gehen???

 

Fangen wir mal bei den Plätzchen an. Was freue ich mich jedes Mal, wenn ich ans Plätzchenbacken denke und seit ich vor drei Jahren das erste Mal mit Nele gebacken habe, denke ich jedes Jahr, dieses Mal wird es bestimmt schon besser klappen.
NOT really!
Es dauert höchstens eine halbe Stunde bis meine Illusionen wieder einmal zerstört sind, da das Hauptinteresse eher dem Teig und der Deko gilt und nicht dem liebevollen Ausstechen der Plätzchen.

Ok. Was habe ich auch für komische Erwartungen. Hallo? Die sind vier und zwei!!!

Aber es wird doch immer so schön dargestellt in den Zeitschriften. So ein bisschen muss es doch auch stimmen und vielleicht sind meine Kinder ja genauso wie dort abgebildet. Nicht?

Nein! Sie sind ganz normale Kinder, die den Teig selbst machen wollen, wobei bereits die Hälfte des Mehls neben der Schüssel landet und die Butter an der kompletten Rührmaschine klebt. Die es kaum erwarten können, bis sie irgendwas ausschlecken und vom Teig naschen können. Sie lieben Ausstechen aber am liebsten übereinander und die Deko schmeckt am besten pur und wenn, macht sie sich auf den Plätzchen auch nur gut, wenn sie sich darauf türmt.

Es ist definitiv kein romantisches Backen und die Küche sieht danach so schlimm aus, dass ich einen Umzug in Erwägung ziehe.

Aber irgendwie macht es ja doch Spaß und es ist eine Freude, wenn die Kinder diese Plätzchen dann frisch aus dem Ofen probieren und sie ganz stolz ihrem Papa präsentieren.

Beim Thema Rezepte nachkochen, sieht das schon wieder etwas anders aus.

Da fängt das Drama dann erst bei Tisch an. Man sollte echt den Fernsehköchen oder Kochbuchautoren mal sagen, dass offensichtliches Grün bei Kindern selten gewünscht ist. Jedenfalls ist das bei meinen so. Wenn auch selektiv, weil komischerweise geht der Rahmspinat immer. Aber sonst wird bei jedem kleinsten Fitzelchen an Grün im Essen gemeckert und erst gar nicht probiert.

Die Rezepte klingen immer alle so toll, aber ich kenne ehrlich gesagt kein Kind, das gerne Rosenkohl Salat isst… Gut, den kann ich natürlich auch nur für mich machen, aber wenn es nach meinen Kindern gehen würde, dann gäbe es täglich Nudeln, Würstchen, Kartoffelbrei (wobei den auch nur eines der Beiden isst) und Reis mit Soße. Ich übertreibe jetzt natürlich ein bisschen, aber vielleicht ist es einfach so, dass man sich eine Zeit lang davon verabschieden muss, kulinarische Highlights zu fabrizieren. Ist ja auch Quatsch, sich täglich der Frustration auszusetzen, wenn man es eigentlich schon vorher weiß.

Was die Deko zur Weihnachtszeit betrifft, muss ich sagen, dass ich es tatsächlich jedes Jahr zu einem der bekannten Dekorationsgeschäfte schaffe. Aber häufig geh ich wieder raus und denke mir, ach was soll ich mir jetzt wieder so viel Geraffel anschaffen und noch mehr davon am Dachboden stapeln.

Dann hole ich die Weihnachtskiste runter und dekoriere die Wohnung mit demselben Kram, den ich die letzten fünf Jahre auch schon hatte.

In diesem Jahr habe ich allerdings mal was völlig Verrücktes gemacht – ich habe Kerzen für den Adventskranz nicht im traditionellen Rot gekauft und passenden Verzierungsschnickschnack dazu.
UND ich habe mich getraut einen Porzellanbaum und ein Windlicht zu kaufen.

Kommentar vom Ehemann: „Hast Du einen Porzellanbaum gekauft?“ „Ja, wie Du siehst?!?“ „Aha, hm…“

Na toll! Ich liebe diese Kommentare. So in den Raum gestellt und die Gedankenblasen, die um ihn rumwabern sind förmlich erkennbar.

Egal. Ich habe mich darüber gefreut und wenigstens ein neues Teil rumstehen, das einen zusätzlichen Platz in der Weihnachtskiste verlangen wird…

So, und nun zum Thema gemeinsamer Abend mit Spielen und reden.
Das ist doch eine tolle Idee? Oder, nicht?
Also ja, ich finde ehrlich, das ist eine tolle Idee und man sollte echt versuchen, es hinzubekommen. Wenigstens ab und zu.

Es tut unendlich gut, mal gemütlich zusammenzusitzen.

Sich eine Flasche Wein aufzumachen oder einen leckeren Tee zu kochen und dann wirklich mal in Ruhe von Partner zu Partner zu erzählen. Was war diese Woche los, wie geht es mir, was bewegt mich, was stört mich, was freut mich.
Mein Mann und ich haben das tatsächlich, oh Wunder, ein paar Mal hinbekommen und uns jedes Mal darüber gefreut. Wir haben sogar noch ein Spiel zusammengespielt und uns dabei ein bisschen wie unsere Eltern gefühlt (wobei ich glaube, dass meine Eltern auch ewig kein Spiel mehr miteinander gespielt haben).

Aber dann kam irgendwas wieder dazwischen. Wahrscheinlich war die Aussicht, schal auf der Couch zu liegen, verlockender.

Danach waren die Vorsätze wieder über Bord.

 Ich kann für heute nur dazu aufrufen, es einmal auszuprobieren!

Glaubt mir, es hat eine mega Wirkung und der Schritt ist gar nicht so groß.

Die Vorweihnachtszeit ist eine super Gelegenheit, da man eh einiges zu besprechen und zu planen hat und wer weiß, vielleicht lässt sich dieser Termin bei der ein oder anderen von euch ja als wöchentlicher „Jour Fix“ etablieren.

 

Gestern war Nikolaus und ich habe es natürlich nicht geschafft bis dahin „Lasst uns froh und munter sein“ auf dem Klavier zu üben.
Bis Weihnachten sind es jetzt noch 2,5 Wochen. Es besteht also noch Hoffnung, dass ich diesen Vorsatz aus dem letzten Jahr noch umsetze.

Ich wünsche euch eine wunderschöne Vorweihnachtszeit mit Karussell fahren am Weihnachtsmarkt, Punsch trinken, Mandarinen essen, Plätzchen backen, Schneeflocken zählen, Fensterbilder kleben (und die vom Vorjahr mühsam ab puhlen), Weihnachtsgeschenke besorgen, mit den Kindern welche basteln, Fußbädern, Laternenlieder singen und ganz wichtig: mit wenig Stress und umso mehr Gelassenheit und Freude über alles was ihr schafft und genießen dürft.

Es grüßt euch

Eure Susanne

Wer kennt sie nicht? Plötzliche Einfälle, die einem in den Sinn kommen und sich super anfühlen.
Aber meist dauert es nicht lange und dann kommen auch schon die Zweifel.
Bin das wirklich ich?
Passt das zu mir?
Was sagen denn die Anderen?

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Heute geht um das Selbstbewusstsein bei uns Müttern.
Um das Anerkennen des eigenen Heldinnen Status.

Kaum einer Mutter ist klar, was sie den ganzen Tag eigentlich leistet.

Wir alle erledigen an einem Tag so viele verschiedene Dinge und glauben dennoch, nicht genug zu tun. Die einzelnen Tätigkeiten gehen auch einfach unter in der Vielzahl dessen, was es zu erledigen gibt:

Kind(er) anziehen (vorher Klamotten raussuchen, was bei Mädchen meist schon den ersten Kampf des Tages bedeuten kann), Frühstück vorbereiten, für die Kita fertigmachen, zur Kita bringen, zur Arbeit fahren, abholen, Nachmittagsprogramm, Wäsche waschen und aufhängen, einkaufen, Abendessen vorbereiten, Vorlesen, fürs Bett fertigmachen, zum Einschlafen bringen.

Und wenn eure Kinder nicht zur Kita gehen, dann habt ihr auch nicht weniger zu tun, denn dann seid ihr am Vormittag bereits gefordert, für Unterhaltung zu sorgen.

Es liegt wohl leider in unserer Natur als Frauen, dass wir mit dem, was wir können und tun sehr bescheiden auftreten und immer mehr von uns verlangen.

Mich ärgert es sehr, wenn von den sogenannten „Latte Macciato Müttern“ gesprochen wird.

Wer von euch hängt tatsächlich den ganzen Tag mit einem Latte ab und flaniert durch die Gegend?

Also gut. Ich will ehrlich sein.
Im ersten Jahr bei meinem ersten Kind bin ich ab und zu „flaniert“. Ich habe mir einen Kaffee gegönnt, bin durch die Läden gebummelt (ich hatte (hab) ein Kind, das überall schlafen konnte, egal wie laut es war) und habe es genossen endlich einmal Zeit zu haben.

Aber warum denn auch nicht???
Habe ich das nicht verdient? Darf man sich so etwas nicht gönnen?

Ich habe vor meiner Tochter gearbeitet und zwar nicht wenig. Ich habe ein Kind geboren, das umsorgt und behütet werden will und dafür sehr gerne meinen Beruf vorerst nach hinten gestellt.

Da darf man ruhig auch mal die Zeit genießen.
Hierzu könnt ihr auch meinen Artikel “Mama werden-große Chance anstatt Karrierekiller” lesen. Darin schreibe ich darüber was es für ein Glück für uns Frauen ist, dass wir die Kinder bekommen.

Zurück zum „Latte Macchiato-Vorurteil“.

Ich finde das ehrlich gesagt ganz schön unverschämt und missgünstig.

Egal was man macht, irgendwer stört sich daran und genau deshalb sollten wir tun und lassen was wir für richtig halten!

Ihr wisst doch ganz genau, was ihr heute schon geleistet habt. Welche Kämpfe ihr gefochten habt und was euch im Laufe des Tages noch erwarten wird.

Ich traue mich zu behaupten, dass keine Mutter, es sei denn sie ist krank und selbst dann nicht, den ganzen Tag nur irgendwo „rumhängt“ und Latte Macchiato trinkt. Mal davon abgesehen, dass viele eher einen starken schwarzen Kaffee brauchen, der sie wieder wachmacht, nachdem sie mal wieder nicht durchschlafen konnten.

Was ich alles gleichzeitig und mit einer Hand schaffe – da bin ich manchmal selbst erstaunt darüber.
Und dann kommt mein Mann und braucht Hilfe, weil er es nicht schafft gleichzeitig ein Kind auf dem Arm zu haben und die Trinkflasche zu befüllen?!?

Nochmal Klartext:
Ihr schmeißt den Haushalt!
Ihr sorgt für das Unterhaltungsprogramm eurer Kinder!
Ihr plant und denkt an Familiengeburtstage, Urlaub, Ausflüge, Geschenke, Einkäufe, Arztbesuche (für die ganze Familie), Ernährung, Gespräche mit Kita oder Schule, Sport, Musik, …
Ihr geht arbeiten.
Ihr sorgt dafür, dass was Ordentliches auf den Tisch kommt (was bin ich froh, dass Meine in der Kita wenigstens zu Mittag essen… ;-) )
Ihr setzt euch am Abend noch einmal an den Laptop und beantwortet Emails oder erledigt anderen Schreibkram.

IHR SEID HELDINNEN!

Weil ihr das Alles und noch viel mehr jeden Tag leistet.

An dieser Stelle ist es mir noch einmal wichtig zu sagen, dass das AUCH für all diejenigen unter euch gilt, die vorerst nicht wieder arbeiten gehen!
Ihr habt euch entschieden, für eure Kinder da zu sein und die Zeit mit ihnen, so lange es geht, zu genießen. Auch wenn es finanzielle Einbußen bedeutet oder dass ihr nicht mehr so einfach in euren alten Job zurückkönnt.

Ihr seid vielleicht den Vormittag zu Hause, aber ihr habt deshalb nicht weniger zu tun oder mehr Zeit zur Verfügung. Ich weiß, dass nicht wenige Mütter denken, „Gott sei Dank bin ich wenigstens für ein paar Stunden mal raus und kann mir andere Gedanken machen und andere Gespräche führen.“

Ihr habt fast nie Pause vom Mutter-Alltag und das ist ebenso anspruchsvoll, wie auf Arbeit wieder zu performen.

Jede von uns muss ihr Modell finden und jedes Modell ist gut!

Wir sollten uns nicht gegenseitig dafür fertigmachen, welches Modell die Andere gewählt hat, nur weil wir uns für ein anderes entschieden haben oder entscheiden mussten. Jede von uns hat andere Gegebenheiten und Umstände unter denen sie eine Entscheidung fällt, wie sie es mit Job und Familie handhabt.

Wenn wir Mütter nicht zusammenhalten, auf wen setzen wir dann?

Erlaubt euch stolz darauf zu sein und erlaubt euch auch das ein oder andere einmal nicht zu schaffen! Und bitte, bitte, bitte: sourced aus oder verteilt manche Aufgaben an eure Partner!

Ihr seid alle herzlich eingeladen euch auf meiner Facebook Seite auszutauschen. Euch gegenseitig Mut zu machen und Bestätigung zu holen und zu geben.

Dabei schmeckt ein Latte Macchiato richtig gut ;-)

In diesem Sinne, habt einen wundervollen Tag mit euren Kindern und genießt die Zeit, die ihr mit Ihnen verbringen dürft!

Es grüßt euch

Eure Susanne

Heute will ich ein paar Gedanken zum Thema „Helikopter-Eltern“ loswerden.

Dieses Wort ist ja leider bereits seit einigen Jahren ein fester Begriff in der Eltern Literatur und beschreibt – ich zitiere aus Wikipedia: überfürsorgliche Eltern, die sich (wie ein Beobachtungs-Hubschrauber) ständig in der Nähe ihrer Kinder aufhalten, um diese zu überwachen und zu behüten. Ihr Erziehungsstil ist geprägt von (zum Teil zwanghafter oder paranoider) Überbehütung und exzessiver Einmischung in die Angelegenheiten des Kindes oder des Heranwachsenden.

Ich habe mich schon öfters gefragt, wo diese Eltern eigentlich sind?
In meinem Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis konnte ich bisher zumindest nirgendwo welche entdecken.

Klar sind die einen etwas ängstlicher als die anderen, aber keiner verhält sich derart auffällig, dass ich ihm diesen Titel verpassen würde.

Man sieht natürlich häufig Eltern, die mit ihren Sprösslingen auf den Spielgeräten am Spielplatz mitklettern und sehr darauf bedacht sind, dass dem kleinen Schützling nichts passiert.

Zugegeben, ich muss da manchmal etwas schmunzeln, ABER! ich kann es auch sehr gut verstehen, dass diese Eltern das Risiko einfach nicht eingehen wollen, dass ihr Kind sich verletzt.
Ich kenne nun leider die Situation im Krankenhaus sehr gut und es ist wirklich nichts, was man anstreben sollte.

Dennoch können wir unsere Schätze einfach nicht vor allem schützen und sie müssen auch lernen, sich auf ihre Instinkte zu verlassen und Gefahren einzuschätzen.

Das geht natürlich nicht, wenn einem immer über jedes Hindernis hinweggeholfen wird. Das nimmt meiner Meinung auch den Spaß! Und wie stolz sind die Kinder, wenn sie etwas ganz allein geschafft haben – wir dann ja übrigens auch ;-)

Meine Tochter hat es im Urlaub tatsächlich geschafft aus dem Bett zu fallen und sich eine Platzwunde am Hinterkopf zuzuziehen.
Wir reden hier nicht etwa von einem Hochbett.
Die Fallhöhe lag vielleicht bei 70 cm, aber am Kopfende stand ein kleiner Nachtschrank, der oben eine Schublade hatte und unten offen war.

Und genau diese Kante hat meine Tochter getroffen. Wer kommt bitte auf die Idee, dass so etwas passieren kann? NIEMAND!
Hätte ich den Nachtschrank abgesichert, hätte man mich mit Sicherheit als übervorsichtig oder eben als Helikopter-Mutter bezeichnet.

Und glaubt mir eines: Als wir in der Notaufnahme in Italien saßen und unsere Tochter genäht werden musste, wünschte ich mir etwas mehr Helikopter gewesen zu sein…

Meiner Meinung nach haben die Medien sich etwas zu sehr auf diesen Begriff gestürzt.
Es ist nämlich sehr leicht von außen zu sagen, man soll es nicht so übertreiben mit der Fürsorge.

Ich gehe in den Kernpunkten voll mit, was die Kritik an diesen Eltern betrifft. Der Stolz in den Augen meines Sohnes, wenn er dasselbe Spielgerät wie seine große Schwester alleine(!) erklimmt, zeigt mir wie wichtig es ist ihm das zu lassen. Und selbstverständlich werde ich meine Kinder nicht bis zum Abitur bis ins Klassenzimmer begleiten. Wer macht das denn bitte wirklich?!?!?!?!?!?!?!

Ich glaube, dass die wenigsten von uns sich tatsächlich so anstrengend benehmen. Mir sind jedenfalls noch nirgendwo welche begegnet. Nicht in der Krabbelgruppe, nicht beim Kinderturnen, nicht in der Kita, nicht am Spielplatz.

Muss denn auch immer übertrieben werden? Egal wo? In meiner Umgebung gibt es hauptsächlich ganz stinknormale Eltern, die versuchen den Drahtseilakt in der Manege der richtigen Erziehung zu bestehen.

Auf was wir heute alles hingewiesen werden, worauf Mutter zu achten hat, was man auf keinen Fall (mehr) macht und in welche Kurse man auf jeden Fall gehen sollte, damit aus dem Kind was wird.
Wehe, wenn das Kind zu viel Gläschenkost bekommt. Wehe, wenn das Kind nicht in den Pekip Kurs geht und dann womöglich das Krabbeln auslässt oder sich zuerst nach links anstatt nach rechts dreht…

Wehe, wehe. Aber wenn Du dann versucht Dich an alles zu halten und bemüht bist alles richtig zu machen, bekommst Du neben dem Mütter-Burn-Out auch noch eines wegen Übermutter und Überversorgung drüber.

Wir lassen uns von außen immer gern viel einreden. Und das ist nicht richtig.

Letztendlich kann man es selten immer richtigmachen und das müssen wir auch nicht.

Genau deshalb, weil eh immer jemand meint seinen Senf dazugeben zu müssen, haben wir den Mut und werfen die Ratgeber aus dem Fenster bzw. kaufen sie gar nicht erst.

Da sind wir mal wieder beim Bauchgefühl und bei unserer Intuition als Mutter / Eltern.

Glaubt an Euch und Euren Weg und vertraut darauf, dass Ihr es gut machen werdet.

 

Es grüßt euch

Eure Susanne

 

Viele Diskussionen bzgl. Kinder kriegen, drehen sich um die “armen” Frauen, die ihre Karrieren beenden müssen und dann einen erschwerten Wiedereinstieg haben, wenn sie 1 Jahr oder sogar länger draußen waren.

Nüchtern betrachtet mag das vielleicht so sein, aber was haltet ihr davon, wenn wir das Ganze einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen.
Das Jammern nützt uns doch nur bedingt was. Noch, können nämlich nur wir die Kinder bekommen und mal ehrlich: wenn man sich den ein oder anderen Kerl so ansieht, hoffe ich, dass das auch so bleibt…;-)

Es ist doch eine einzigartige Chance, die nur uns Müttern vorbehalten ist.
Wie bekommt man denn sonst völlig legitim und ohne Diskussion eine Auszeit vom Arbeitsalltag?
Besonders die 6 Wochen vor der Geburt, in der wir in Deutschland bereits freigestellt sind, gehören zum 1. Mal nur uns.

Ich fand es einfach nur unglaublich als mir das bewusstwurde.
Als ich plötzlich zu Hause war, habe ich eine Woche gebraucht, bis ich mir erlaubt habe auszuschlafen und einfach mal nichts zu machen.
Erst dann habe ich langsam begriffen, dass das die erste und wahrscheinlich vorerst einzige Zeit sein wird, in der ich mich unentschuldigt nur um mich und mein Wohlbefinden kümmern darf. Ich war ja schwanger und nicht arbeitslos, krank oder faul…

Das hat so gut getan und ich denke noch heute sehr gern an diese Wochen zurück.
Klar können die körperlich auch anstrengend sein und es gibt viele Frauen, die keine entspannte Schwangerschaft haben.
Mir ist es aber wichtig einmal auf diesen positiven Aspekt aufmerksam zu machen.
Der wird nämlich sehr häufig übersehen.

Die Männer müssen sich für so eine Auszeit unbezahlten Urlaub nehmen oder einen Burn Out haben.

Wir sind einfach mal 1 Jahr raus (meistens jedenfalls) und dürfen uns „nur“ um unser Baby und um uns kümmern. Wir müssen erst einmal an nichts Anderes denken und unsere Welt verändert sich komplett! Wir verändern uns!

Wir sind entschuldigt und müssen uns für nichts rechtfertigen.
Keiner kann sagen, dass wir faul zu Hause rumliegen und dem Staat auf der Tasche liegen. Im Gegenteil! Wir sorgen für die Zukunft unseres Landes (um es mal ganz patriotisch auszudrücken).

In den ersten Monaten haben wir Stress und es ist anstrengend sich in dem neuen Leben, in der neuen (Mutter)Rolle einzufinden, aber dann kommt eine Zeit in der wir sehr wohl Babys Schlafzeiten für uns nutzen können.
Wir können uns Gedanken über unsere Zukunft machen.
Viele Frauen merken, dass sie jetzt ganz anders denken, als zu der Zeit, in der das Baby noch nicht da war. Plötzlich will man doch nicht mehr so schnell in diesen Job zurück. Ist es wirklich noch das, was ich will? Bin ich das noch?
Oder: uns wird wieder bewusst, was wir an unserem Job so geliebt haben. Was gut war und wie viel Spaß wir hatten.

Eine Auszeit zu haben und sich Gedanken über das weitere, eigene Leben zu machen. Aus einem gewissen Abstand heraus auf die Arbeit zu blicken und entspannt, ohne Druck, diese bewerten.
Das ist doch eigentlich richtig toll und wir sollten das für uns nutzen und uns darüber freuen, anstatt über dieses Schicksaal ständig zu lamentieren.

Ich kann mich als Frau gegen ein Kind entscheiden.
Ich kann immer sagen, dass ich lieber in meinem Job bleibe und mein aktuelles, freies, eigenbestimmtes Leben nicht aufgeben will. Das ist völlig in Ordnung und jeder darf das für sich entscheiden!

Aber wenn wir uns für ein Kind entscheiden, finde ich es dem Kind gegenüber unfair, dass wir es gleichzeitig als Belastung und „Karrierekiller“ hinstellen.

Uns selbst tun wir damit auch keinen Gefallen, wenn wir diese wundervolle Zeit und dieses unglaubliche Glück davon überschatten lassen.

Warum ist es denn unfair, dass die Männer keine Kinder bekommen und wir diese Bürde auferlegt bekommen haben?
Ist es denn nicht ein unfassbares Glück, dass wir solche Wunder erschaffen können? Nur wir dürfen erleben, was wir alles leisten können.
Wir erschaffen ein neues wundervolles Leben.
Wir geben ihm Liebe und sorgen dafür, dass es groß wird.
Gleichzeit sorgen wir für unsere Familie und halten sie stabil.

Wir Frauen können so unglaublich stark sein, dass wir darauf stolz sein müssen!

Ich möchte niemandem sagen, wie er sein Leben gestalten soll und es gibt selbstverständlich soziale Gegebenheiten, die es nicht zulassen, dass wir lange aus dem Job raus sind.
Aber viele von uns, können diese Zeit genießen und ich finde wir sollten sie nutzen.
Als Auszeit von der schnelllebigen Arbeitswelt, die uns selten zeigt, was wirklich wichtig ist. In der uns häufig vor Augen geführt wird, dass wir von einem Tag auf den anderen nicht mehr von Wert sind, wenn wir einmal nicht so funktionieren, wie die es sich vorstellen.

Ich kenne einige, die mit ihrem Job nicht mehr zufrieden sind und sich gerne auf etwas Neues besinnen wollen. Aber einfach alles hinschmeißen, zu kündigen um dann zu überlegen, wie es weitergeht, trauen sich die wenigsten. Vielen täte eine Auszeit gut, in der sie die Gelegenheit haben, in Ruhe die aktuelle Situation zu betrachten und zu überlegen, wo es langgehen soll. Durch die Elternzeit bin ich legitim raus. Klar habe ich nicht wirklich Ruhe! Im Gegenteil!
Aber ich bekomme Abstand und der Schritt einen neuen Weg einzuschlagen, fällt nicht mehr ganz so schwer.

Diese Zeit, in der meine Kinder noch klein sind und mich brauchen, geht so schnell vorbei. Jetzt kann ich sie erleben und genießen.
Ich weiß, was ich bisher geleistet habe und wenn ich Kinder, Mann, Haushalt, Verwandte, Freunde, … unter einen Hut bekomme, dann schaffe ich es auch wieder in das Berufsleben einzusteigen.
Dann aber mit einem Sack voller neuer Erfahrungen und Softskills, die für jeden Arbeitgeber wertvoll sind.

Mittlerweile gibt es zum Glück viele Arbeitsmodelle, mit denen Mann Familie und Beruf einigermaßen vereinen kann.
Mir ging es in diesem Beitrag allerdings nicht darum, welches Modell nun das Richtige ist (zu Hause bleiben und/oder arbeiten gehen). Das kann meiner Meinung nach nämlich niemand sagen, denn es ist absolut individuell und für jede Frau anders! Ich finde es nur schade, dass wir uns gegenseitig noch fertig machen für den jeweils anderen Weg. Aber darauf gehe ich nochmal in einem anderen Beitrag ein.
Ich wollte heute die positive Seite ins Licht rücken, die diese Babypause, egal wie lange sie ist, für uns bedeuten kann. Denn das kann man nicht oft genug sagen und wird in meinen Augen noch zu wenig getan.

In diesem Sinne: freut euch über euer Glück eine Frau zu sein, die ein oder mehrere Wunder erschaffen darf!

Es grüßt euch

Eure Susanne