Ich habe noch nie einen Jahresrückblick geschrieben, aber dieses Jahr verdient einen.
2020 hat sich so dermaßen anders entwickelt, wie es nur geht.

Für mich hatte dieses Jahr so viele wunderschöne Erlebnisse parat, dass ich Dir davon erzählen möchte.

Auch wenn für viele Menschen in diesem Jahr die Schatten länger waren, gab es auch viele Lichtmomente. Denn Beide, Schatten und Licht, sind fest mit einander verbunden.

Im Januar hatte ich große Pläne, was ich für mein Coaching Business alles erreichen möchte.
Ich entschied mich einen Online Kurs zu gestalten, in dem ich Frauen dabei unterstütze einen Veränderungswunsch umzusetzen. Mein Ziel war es, damit mehr Frauen zu erreichen als im 1:1 Coaching und eine zusätzliche Möglichkeit der Weiterentwicklung anbieten zu können. Bei der Erstellung des Kurses holte ich mir Unterstützung und entwickelte ihn im Rahmen des Programms SOMBA-KICKSTART von Sigrun.

Es hat so viel Freude gemacht diesen Kurs zu erstellen und ich war begeistert, 24 Frauen als Teilnehmerinnen gewinnen zu können. Leider lies es die sich zuspitzende Situation mit Corona nicht zu, dass wir gemeinsam den Kurs beenden konnten. Die meisten Frauen mussten sich sortieren und den Haushalt mit Kind und Schule zu Hause organisieren. Für mich war es dennoch eine ganz tolle Lernerfahrung, deren Ergebnisse ich in einen neuen Kurs 2021 einbeziehen werde.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr, war für mich das Treffen meines früheren besten Freundes nach 8 Jahren Funkstille. Ich hatte mir im Jahr zuvor ein Herz gefasst, meinen gekränkten Stolz überwunden und ihn angerufen. Es war so schön, sich nach dieser langen Zeit wieder zu sehen und 2021 wird es hoffentlich ebenfalls wieder möglich sein.

Auch wenn es seltsam klingt, aber 2020 war für uns auch ein Jahr mit wunderschönen Reisen.

In den Frühjahresferien ging es nach 7 Jahren das erste Mal wieder in den Skiurlaub.
Ich hatte es so vermisst!
Mit meinen Eltern und meiner Schwester sind wir 20 Jahre lang auf dieselbe Alm gefahren und dort musste es nun auch mit meiner Familie hingehen. Egal wie lange ich nicht mehr da war, ich fühle mich dort immer wie zu Hause.
Nach dem Skifahren fuhren die Kinder und ich nicht mehr zurück nach Hamburg, sondern blieben direkt bei meinen Eltern. Meine Schwester blieb ebenfalls mit ihrer Familie.
Wir verbrachten wunderschöne Wochen und bekamen von Corona und dem Lock Down ziemlich wenig mit.
Einmal mehr lernten wir, wie schön es sein kann, wenn alle geliebten Menschen zusammen sind und dabei auch aufeinander Rücksicht nehmen.
Die Kinder lieben es – je mehr Leute umso besser.
Wir bauten Hütten, ritten auf Hexenbesen durch den Wald, erkundeten alte Gräben, teilten uns für den Unterricht im Home Schooling auf, bastelten, malten, kochten gemeinsam, spielten Karten, besuchten die Urgroß -Oma im Pflegeheim (wir winkten ihr von Schiebetür zu Schiebetür zu), spielten Fußball, gingen spazieren und führten viele Gespräche.

Es war eine richtig tolle Zeit und ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie uns diese Möglichkeit geschaffen hatten.

Im Mai wollte ich eigentlich mit einer Freundin zusammen zu einem Seminar von Tony Robbins fliegen, dem Motivationscoach Nr.1 seit 30 Jahren. Aber da dieses nicht stattfinden konnte, machten wir uns ein tolles, langes Wochenende mit beiden Familien an der Ostsee.

Die Sommerferien verbrachte ich komplett im Süden.
Zwei Wochen Zelten in Slowenien waren so erholsam und Corona-konform, wie man es sich nur vorstellen kann. Selten waren ein Campingplatz und seine Sanitäranlagen so sauber.
Die restlichen Ferien waren wir wieder bei meinen Eltern und meiner Schwester. Wir besuchten einen Dinopark, verbrachten ganze Tage an Badeseen und machten Radtouren zu sämtlichen Eisdielen in der Umgebung.

Im Herbst machte ich an einem gemütlichen Mädelswochenende meine erste Wattwanderung und lies mir neue Energie von der frischen Nordseeluft “einpusten“.

In den Herbstferien war Apfelernte angesagt. Mit dem Trekker ging es auf die Obstbaumwiese meiner Mama in ihrem Heimatort und die Kinder hatten ganz viel Spaß beim “Kullerfässchen“ Spiel den Hang runter ab ins Feld.

 

2020 war für mich besonders ein Jahr der Familie.

Ich habe schon lange nicht mehr so viel Zeit mit meinen Eltern und meiner Schwester verbracht, wie in diesem Jahr.
Aber auch allgemein habe ich sehr viel Zeit mit meinen Kindern verbracht und ich bin dankbar für den Rat meiner Mutter, mein Business zurückzustellen. So war es mir möglich die Zeit auch genießen zu können, ohne ständig Druck und schlechtes Gewissen zu verspüren. Wer weiß, ob ich nochmal die Gelegenheit bekomme, so viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Es geht alles so schnell vorbei. Ich klinge wie eine alte Frau, wenn ich sage: „Die Zeit vergeht wie im Flug.“ Aber ich empfinde es, besonders mit Blick auf die Kinder, genau so.

 

2020 war für mich auch ein Jahr des Neudenkens und neu Erschaffens.

Imke, eine Kollegin aus der Coaching Ausbildung hatte mich gefragt, ob ich mit ihr an einem neuen Projekt arbeiten möchte. Wir hatten so viele tolle Termine, in denen wir neue Ideen kreierten und Coaching Prozesse entwickelten. Egal, was nun daraus entstehen wird – die Stunden mit Imke waren für mich ein großer Gewinn, in denen ich u.a. mal wieder auch viel über mich selbst lernen durfte.

Es kehrte für mich außerdem viel mehr Ruhe und Sicherheit in meine Entscheidung zur Selbstständigkeit ein.
Auch wenn es noch immer nicht so läuft, wie ich mir das gedacht hatte, werde ich immer klarer und sicherer, dass dies mein Weg und aufgeben keine Option ist.
Mein „Warum“ wird mir immer bewusster und ein neues Coaching Programm mit dem Schwerpunkt „Beziehung“ ist im Entstehen.
Ich habe viel über Vertrauen in mich selbst gelernt. Aber auch dem Prozess zu vertrauen und immer weiter zu gehen. „Trust the process!“ war der Leitspruch aus dem Online Kurs im Frühjahr und genau daran, werde ich mich weiter halten.

 

In diesem Jahr waren Angst und Sorge für viele Menschen vorherrschende Gefühle.
Ich bin sehr dankbar, dass das bei mir nicht der Fall war und ist.
Dies hat weder etwas damit zu tun wie viel oder wenig ich in diesem Jahr verdient habe, noch ob ich oder irgendjemand aus meinem Umfeld krank wurde.
Ich habe bereits gelernt wie es ist, wenn man mit einer furchtbaren Krankheit konfrontiert wird und das Gefühl hat, dass es einen den Boden unter den Füßen wegzieht.
Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass in jeder noch so furchtbaren Situation eine Lehre und Chance steckt. Es ist nie einfach nur Schicksal.
Entscheidend ist, was wir der Situation erlauben mit uns machen zu können, bzw. was wir daraus dann machen.

Mein Lieblingsspruch aus diesem Jahr stammt von Tony Robbins, dessen Seminar ich dann immerhin noch virtuell miterleben durfte.

„Where focus goes, Energy flows!”

Diesen Satz kannst Du auf alles verwenden, das Dich gerade umtreibt.
Welcher Sache schenkst Du gerade die meiste Aufmerksamkeit? Wohin fließt Deine Energie?

Wer seinen Fokus den ganzen Tag auf Krankheit, Ansteckungsgefahr, persönliche Krise etc. ausrichtet, wird genau das bekommen. Denn dort steckt all seine Energie.

Kennst Du die Geschichte von „Jim Knopf und der Scheinriese“?
Jim und Lukas waren in der Wüste und sahen plötzlich einen gewaltigen Schatten. Es musste ein Riese sein, der bis zu den Wolken reichte. Jim hatte furchtbare Angst. Je näher sie jedoch dem vermeintlichen Riesen kamen umso kleiner wurde er, bis sie am Ende vor einem winzigen Männchen standen.
Manches scheint größer, als es in Wirklichkeit ist. Besonders wenn es angeleuchtet wird.
Worauf richtest Du Dein Licht?

2020 war wirklich sehr überraschend.
Aber hat es uns nicht u.a. auch genau das gebracht, was wir gebraucht haben?
Mehr Bewusstsein, Nachhaltigkeit, Nähe, allein sein, Rückzug, Ruhe, Fokussierung, Tiefe, Dankbarkeit, Bewegung, frische Luft, Freiheiten, Flexibilität, Familie, Zweisamkeit, aufs Wesentliche besinnen, Freundschaften vertiefen/ auffrischen, Nachbarschaftshilfe, kreative Ideen und Lösungen, …?

Ich werde meine Energie weiter auf meine Wünsche und Ziele ausrichten und bin sehr gespannt was 2021 für uns bereithält.

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

 

P.S. beim Korrekturlesen ist meinem Mann aufgefallen, dass er kaum Erwähnung findet. Tatsächlich haben wir beide in diesem Jahr zu wenig Zeit zusammen verbracht. Er musste viel arbeiten und ich war viel mit den Kindern unterwegs. Dies ist auf jeden Fall ein wichtiger Vorsatz für das kommende Jahr – mehr Zweisamkeit als Paar!