Heute will ich ein paar Gedanken zum Thema „Helikopter-Eltern“ loswerden.

Dieses Wort ist ja leider bereits seit einigen Jahren ein fester Begriff in der Eltern Literatur und beschreibt – ich zitiere aus Wikipedia: überfürsorgliche Eltern, die sich (wie ein Beobachtungs-Hubschrauber) ständig in der Nähe ihrer Kinder aufhalten, um diese zu überwachen und zu behüten. Ihr Erziehungsstil ist geprägt von (zum Teil zwanghafter oder paranoider) Überbehütung und exzessiver Einmischung in die Angelegenheiten des Kindes oder des Heranwachsenden.

Ich habe mich schon öfters gefragt, wo diese Eltern eigentlich sind?
In meinem Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis konnte ich bisher zumindest nirgendwo welche entdecken.

Klar sind die einen etwas ängstlicher als die anderen, aber keiner verhält sich derart auffällig, dass ich ihm diesen Titel verpassen würde.

Man sieht natürlich häufig Eltern, die mit ihren Sprösslingen auf den Spielgeräten am Spielplatz mitklettern und sehr darauf bedacht sind, dass dem kleinen Schützling nichts passiert.

Zugegeben, ich muss da manchmal etwas schmunzeln, ABER! ich kann es auch sehr gut verstehen, dass diese Eltern das Risiko einfach nicht eingehen wollen, dass ihr Kind sich verletzt.
Ich kenne nun leider die Situation im Krankenhaus sehr gut und es ist wirklich nichts, was man anstreben sollte.

Dennoch können wir unsere Schätze einfach nicht vor allem schützen und sie müssen auch lernen, sich auf ihre Instinkte zu verlassen und Gefahren einzuschätzen.

Das geht natürlich nicht, wenn einem immer über jedes Hindernis hinweggeholfen wird. Das nimmt meiner Meinung auch den Spaß! Und wie stolz sind die Kinder, wenn sie etwas ganz allein geschafft haben – wir dann ja übrigens auch ;-)

Meine Tochter hat es im Urlaub tatsächlich geschafft aus dem Bett zu fallen und sich eine Platzwunde am Hinterkopf zuzuziehen.
Wir reden hier nicht etwa von einem Hochbett.
Die Fallhöhe lag vielleicht bei 70 cm, aber am Kopfende stand ein kleiner Nachtschrank, der oben eine Schublade hatte und unten offen war.

Und genau diese Kante hat meine Tochter getroffen. Wer kommt bitte auf die Idee, dass so etwas passieren kann? NIEMAND!
Hätte ich den Nachtschrank abgesichert, hätte man mich mit Sicherheit als übervorsichtig oder eben als Helikopter-Mutter bezeichnet.

Und glaubt mir eines: Als wir in der Notaufnahme in Italien saßen und unsere Tochter genäht werden musste, wünschte ich mir etwas mehr Helikopter gewesen zu sein…

Meiner Meinung nach haben die Medien sich etwas zu sehr auf diesen Begriff gestürzt.
Es ist nämlich sehr leicht von außen zu sagen, man soll es nicht so übertreiben mit der Fürsorge.

Ich gehe in den Kernpunkten voll mit, was die Kritik an diesen Eltern betrifft. Der Stolz in den Augen meines Sohnes, wenn er dasselbe Spielgerät wie seine große Schwester alleine(!) erklimmt, zeigt mir wie wichtig es ist ihm das zu lassen. Und selbstverständlich werde ich meine Kinder nicht bis zum Abitur bis ins Klassenzimmer begleiten. Wer macht das denn bitte wirklich?!?!?!?!?!?!?!

Ich glaube, dass die wenigsten von uns sich tatsächlich so anstrengend benehmen. Mir sind jedenfalls noch nirgendwo welche begegnet. Nicht in der Krabbelgruppe, nicht beim Kinderturnen, nicht in der Kita, nicht am Spielplatz.

Muss denn auch immer übertrieben werden? Egal wo? In meiner Umgebung gibt es hauptsächlich ganz stinknormale Eltern, die versuchen den Drahtseilakt in der Manege der richtigen Erziehung zu bestehen.

Auf was wir heute alles hingewiesen werden, worauf Mutter zu achten hat, was man auf keinen Fall (mehr) macht und in welche Kurse man auf jeden Fall gehen sollte, damit aus dem Kind was wird.
Wehe, wenn das Kind zu viel Gläschenkost bekommt. Wehe, wenn das Kind nicht in den Pekip Kurs geht und dann womöglich das Krabbeln auslässt oder sich zuerst nach links anstatt nach rechts dreht…

Wehe, wehe. Aber wenn Du dann versucht Dich an alles zu halten und bemüht bist alles richtig zu machen, bekommst Du neben dem Mütter-Burn-Out auch noch eines wegen Übermutter und Überversorgung drüber.

Wir lassen uns von außen immer gern viel einreden. Und das ist nicht richtig.

Letztendlich kann man es selten immer richtigmachen und das müssen wir auch nicht.

Genau deshalb, weil eh immer jemand meint seinen Senf dazugeben zu müssen, haben wir den Mut und werfen die Ratgeber aus dem Fenster bzw. kaufen sie gar nicht erst.

Da sind wir mal wieder beim Bauchgefühl und bei unserer Intuition als Mutter / Eltern.

Glaubt an Euch und Euren Weg und vertraut darauf, dass Ihr es gut machen werdet.

 

Es grüßt euch

Eure Susanne

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar