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Außerdem findest Du ihn und andere Folgen in meinem neuen Podcast “Erkenne die Heldin in Dir” auf  iTunes oder bei Spotify.

 

 

Kennst Du das?

Du spielst mit Deinen Kindern, Dein T-Shirt rutscht hoch und Dein nackiger Bauch hängt über den Hosenbund.

Oder auch schön:
Tochter: „Mama duscht Du?“
Ich: „Ja!“
Tochter: „Nackig?“
Ich: „Ja?!?“
Tochter: „Mit deinem dicken Popo?“….

Buahhhhh!!!!!

„Ja, mit meinem dicken Popo. Und nein, das will die Mama nicht gerne hören, auch wenn sie um seinen Umfang weiß…

Menno!

Seit Wochen nehme ich mir folgendes vor: Um 6:00 aufstehen, laufen gehen und dann 20 Minuten Meditation, Yoga (in beides muss ich erst noch einsteigen) oder eine Reiki Behandlung.

Nichts von alledem ist bisher Realität geworden. Jeden Abend stelle ich den Wecker und jeden Morgen mach ich ihn schon vor dem Alarm wieder aus oder drücke ganz schnell auf STOP, sobald er sich meldet. Ich schaffe es einfach nicht. Keine Chance!

Mein Schweinehund hat es sich vor dem Bett so gemütlich gemacht, dass ich es nicht wage über ihn drüber zu steigen und ihn zu überwinden.

Natürlich habe ich auch einen Schuldigen gefunden.
Meinen Sohnemann! Da er noch immer jede Nacht zu mir ins Bett kommt, nimmt er mir natürlich die Möglichkeit in Ruhe zu schlafen oder einfach mal durchzuschlafen.
So wandere ich jede Nacht in sein Zimmer, um erst ihn und dann seine Bettdecke und Trinkflasche zu holen. Er schläft dann ein und ich finde nicht mehr in den Schlaf, habe keinen Platz, mir ist warm und ständig bekomme ich einen Fuß oder einen Arm ins Gesicht geschlagen.

Wer kann da bitte eine Stunde bevor der Verstand weiß, dass er wirklich aufstehen muss, auf den Wecker hören und seine Laufsachen mit Freude anziehen?!?!???
Ich muss immer erst einen mega Rappel bekommen, bevor ich mich überwinden kann. Wenn ich dann aber einmal aufgestanden und joggen bin, weiß ich, dass es ein geniales Gefühl sein wird und ich 5 cm über dem Boden schweben werde vor lauter Stolz.

Wie schaffe ich es nun, endlich über dieses Biest zu klettern?

Ich bin eigentlich schon so, dass ich sage: „einfach machen!“.
Das habe ich auch immer getan, aber nicht um 6:00 morgens!

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass ich dann einfach zu einer anderen Uhrzeit gehen soll. Aber das geht nicht so einfach. Sobald die Kinder wach sind, geht es eigentlich nicht mehr. Danach muss und will ich arbeiten. Da habe ich keine Ruhe, um laufen zu gehen. Dauert einfach zu lang. Nachmittag fällt aus und am Abend geht es auch erst, sobald die Kinder im Bett sind. Nur leider wird es da mittlerweile schon dunkel und ich bin ein Schisser. Ich renne doch nicht im Dunkeln allein durch den Stadtpark!

 

Und jetzt ist der Punkt erreicht, an dem ich für mich selbst den Coach rausholen muss.

Das ist ja auch immer interessant, dass man für alle anderen die schlauen Ratschläge und Empfehlungen parat hat und für sich selbst nicht.

 

Hier kommen also meine Empfehlungen an mich selbst:

  1. Schritt: Was gibt es alles zu tun
  2. Schritt: Prioritäten setzen
  3. Schritt: Wochenplan erstellen
  4. Schritt: Aufgaben verteilen
  5. Schritt: Zeitfenster schaffen
  6. Schritt: Fragen – was ist hier noch möglich? Wie wird es möglich, dass ich Sport in meinen Alltag einbaue?

Daraus hat sich für mich nun folgende Lösung ergeben:

Da es mir sehr wichtig ist, mit dem Laufen wieder anzufangen, werde ich meinen Mann zunächst die Lage erklären und ihm dann eröffnen, dass ich 3x in der Woche um 7:00 laufen gehen und die Kinder einfach etwas später fertig machen werde. Wenn ich das Duschen auf später verlege, ist das kein Problem.

Sobald die Kinder aus dem Haus sind, kann ich die verbleibenden 30 Minuten zum Duschen und in mich gehen (Meditation, ein bisschen Yoga, in die Fragen gehen) nutzen.

An dem Tag, an dem meine Schwiegereltern die Kinder übernehmen, werde ich es schaffen mir einen Yoga Kurs zu suchen.
Das muss einfach drin sein, da ich mir das schon so lange wünsche.

Sobald es sowohl am Morgen als auch am Abend früh für mich zu dunkel wird um allein durch den Park zu joggen, werde ich mir drei Mittagspausen in der Woche zum Joggen reservieren.

Essen kann ich auch, wenn die Kinder um mich rum sind!

Soweit erst einmal der grobe und theoretische Plan.
Jetzt geht es an die Umsetzung. Wie gut, dass wir am Wochenende in den Urlaub fahren. Da habe ich direkt schon wieder eine Ausrede gefunden, warum ich das nicht einhalten kann.
Aber danach! Ganz bestimmt…

Ich habe manchmal die Befürchtung, dass ich die inkonsequenteste Person auf Erden bin und dass es so niemals was mit meinem Wunsch wird, einmal zufrieden Wäsche kaufen zu gehen, nachdem ich durch das Joggen wieder „in Form“ bin.

 

Aber dann kommt mir folgendes in den Sinn: Muss ich den Schweinehund denn tatsächlich überwinden?
Warum bin ich denn eigentlich so unzufrieden?

Ich bin nicht mehr so schlank, wie in den 20igern und ja, das ein oder andere Gramm könnte ich gut und gern wieder verlieren. Aber ist das alles nicht irgendwie zweitrangig?

Welche Wahrheit will ich da denn leben bzw. vorspielen?
Sind denn andere Dinge gerade nicht deutlich wichtiger, als ein flacher Bauch?

Meinen Kindern ist es tatsächlich komplett egal. Die sehen das nicht einmal (bis auf den Spruch mit dem Popo). Zumindest bewerten sie es nicht. Es ist für sie (noch) kein Kriterium Menschen einzustufen und zu bewerten.

Mein Mann neckt mich manchmal, aber er hat sich noch nie beschwert! Er weiß, dass es nicht einfach ist, neben dem Job, den Kindern und dem Haushalt auch noch regelmäßig zum Sport zu gehen.
Da wären wir wieder bei den Ansprüchen. Warum muss ich genauso aussehen, wie jemand anderes? Eine Frau, mit einer in meinen Augen perfekten Figur, hat mit Sicherheit an anderer Stelle irgendetwas, mit dem sie nicht zufrieden ist. Es ist nicht immer alles perfekt und das muss es vor allem auch nicht sein.

Es gibt nicht umsonst Bücher mit den Titeln: „Einen Scheiß muss ich!“ oder „Am Arsch vorbei ist auch ein Weg“.

Genauso ist es – einen Scheiß muss ich!

Was ich muss, ist, einen Blick für hinter die Kulissen zu entwickeln.
Was steckt hinter der vermeintlich perfekten Figur, dem perfekten Job, dem perfekten Mann, dem perfekten Leben, das eine andere Frau hat?

 

Außerdem: was steckt alles hinter und vor allem IN MIR?

Wer bin ich?

Was zeichnet mich aus?

Warum sind andere mit mir befreundet?

Wo bin ich schön?

Was liebt mein Partner an mir?

Worin bin ich richtig gut?

Was leiste ich jeden Tag?

Wer will ich sein?

 

Eine Freundin meiner Eltern hatte mir gerade angeboten, ein Portrait über mich zu schreiben und dafür sollte ich ihr noch ein paar Informationen über mich geben.

Ich war erstaunt, wieviel mir tatsächlich über mich eingefallen ist und noch erstaunter, was dann über mich herausgekommen ist.

Es hat richtig gutgetan, einmal runter zu schreiben, was mich ausmacht. Da war der dicke Popo plötzlich Nebensache.

Ich kann Dich nur dazu einladen, es mir einmal gleichzutun.

 

Nimm ruhig die oberen Fragen an Dich selbst als Anleitung.
Schreibe auf, was Dich bewegt und motiviert. Was Du ablehnst und was Dich antreibt.
Was sind spezielle Eigenheiten – hast Du sowas überhaupt?
Hast Du eine Schwäche für Schokolade oder Begeisterung für Fastenwandern, Schmetterlinge oder alte Kulturen?

An welchen Orten bist Du gerne und wo kommst Du zur Ruhe?
Wo tobst Du gern mit Deinen Kindern?
Vielleicht hast Du auch Deine eigene Philosophie darüber, was das Leben ist, was Liebe ist, was Menschen für Dich bedeuten, ….


Du wirst erstaunt sein, was Du alles über Dich entdecken wirst und was für ein wunderbarer Mensch Du bist.

 

Der Schweinhund ist trotzdem ein störrischer und nerviger Begleiter und ab und zu sollte man ihm tatsächlich seinen Platz weißen – nämlich vor der Tür!

Denn es gibt kaum etwas, das aufbauender wirkt, als etwas anzugehen, das man sich vorgenommen hat.

Ich bin immer der Meinung, dass man etwas ändern sollte, wenn man unzufrieden ist. Aber nicht ohne diese Unzufriedenheit zu hinterfragen und ob sie wirklich gerechtfertigt ist.
Denn nur wenn es wirklich Deine ist, dann solltest Du Dich auf den Weg machen.

 

Jede Mutter ist eine Heldin – auch Du!

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne