„Lebe jeden Tag als wäre es Dein letzter!“


Dieser Spruch wird sehr häufig bemüht, wenn es darum geht, dass man sein Leben achtsamer führen soll. Die meisten Menschen hetzen durch ihren Tag und bekommen gar nicht mit, was um sie herum an schönen Dingen alles passiert oder sich zeigt.

Wir haben den Sinn fürs „Langsam sein“ verloren.

Unsere Zeit ist so schnell geworden, dass es sich seltsam anfühlt, wenn man dazwischen einmal stehenbleibt.
E-Mail, Smart Phones, etc. tragen alle dazu bei, dass wir Dauerbeschallt und Dauerpräsent sind. Immer erreichbar, Immer verfügbar, immer leistungsbereit und das auch noch gleichzeitig auf mehreren Kanälen.

Man könnte es auch effektiv und multifunktional nennen.
Oder aber auch einfach nur anstrengend und stressig.

Irgendwie ist es aber so normal geworden. Kaum einer macht sich darüber Gedanken – das passiert meist erst dann, wenn etwas vorfällt, das einen zum anhalten zwingt.

 

Seit einigen Jahren stehe ich nicht mehr 10 Stunden am Tag einem Arbeitgeber zur Verfügung.
Tatsächlich arbeite ich durchschnittlich nicht einmal 5 Stunden am Tag, sondern kümmere mich u.a. auch viel um mich, die Kinder und unser Familienleben.

Ich kann nicht sagen, dass ich immer zufrieden bin, was die Job Seite angeht.

Sie ist nicht erfolgreich im Sinne von erfolgreich, wie die Arbeitswelt und sehr viele meiner Mitmenschen es bezeichnen. Es bringt zu wenig Geld, sichert mir keine Rente und meine frühere Karriere habe ich einfach so über den Haufen geworfen.

Ab und zu packt es mich dann und eine Welle der Sorge und Vorwürfe bricht über mir zusammen.
Aber zurück in den Hustle eines Angestellten Jobs?
Zurück in die Abhängigkeit von Zeitvorgaben und Launen anderer?
Nein! No way!

Ich schwanke zwischen „Ich will Geld ausgeben und konsumieren!“, wie ich es früher täglich ausführlich betrieben habe, und „Ich genieße die Zeit für mich und die Kids und stecke dafür materiell zurück.“.
Dieser Satz klingt natürlich total super und aufopfernd lebensbejahend und irgendwie auch sehr nach Instagram & Co.

Wie gesagt, ich fühle den nicht immer, aber ich fühle, dass er für mich tatsächlich richtig ist.

Auch wenn ich mich gleichzeitig immer wieder glaube rechtfertigen zu müssen und mich selbst unter Druck setze, weil ich zu wenig Geld nach Hause bringe, mich von meinem Mann abhängig mache, Altersarmut droht und was einem sonst noch alles von außen rangetragen wird.

 

Aber was wollte ich denn nun eigentlich schreiben?

Ich bin der Meinung, dass wir uns von Sätzen wie „Lebe jeden Tag als wäre es Dein letzter!“ nicht unter Druck setzen lassen dürfen.

Was ist denn für Dich ein perfekter Tag?
Kann ein perfekter Tag nicht auch ein Tag aus dem Alltag einer Mutter sein. Einer Familie?
Oder einfach eines ganz normalen Human Being?

Irgendwie dachte ich immer, solche Tage können nur Stars oder Millionäre haben.

Sie, so meine Vorstellung, leben jeden Tag alles, was wir uns nur am Sonntag gönnen – oder im Urlaub.

Aber mittlerweile glaube ich das nicht mehr.
Niemand kann und niemand will das? Jedenfalls nicht auf Dauer.

Dieser Satz bezieht sich auf die Achtsamkeit und darauf, dass wir uns wieder besinnen und ab und zu innehalten sollen.
Frage Dich dann, was diesen Tag gerade gut macht.
Was habe ich heute bereits Schönes gesehen?
Wen habe ich getroffen?
Wer oder was hat mich bereichert?
Worüber habe ich mich gefreut?

Besonders in Momenten, in denen wir traurig oder unzufrieden sind, helfen uns solche Fragen, um uns aus diesem Tief wieder herauszuholen.

Unser Alltag muss kein Spa–Tag am Meer sein, an dem wir wundervolles Essen genießen mit einem Mann, der uns jeden Wunsch von den Lippen abliest und Kindern, die friedlich spielen und uns mit ihrem herzlichen Lachen erfreuen.
Das wäre total gruselig! (Täglich zumindest)

Auf was soll ich mich denn dann noch freuen? Muss es nicht einen Unterschied geben zu „normalen“ Tagen und Tagen, an denen wir uns etwas aus der Reihe gönnen?


Jeder Tag birgt etwas Besonderes! Wir ärgern und freuen uns, wir lachen und weinen, wir leben!

 
Es ist unsere Entscheidung, was wir daraus machen und wie wir die Welt sehen.
Jeden Tag aufs Neue.

Der heutige Tag ist zum Glück (hoffentlich) nicht mein letzter und er war nicht besonders im Sinne von außergewöhnlich.

Er war besonders, weil ich ihn gelebt habe.

Leben besteht aus allen Emotionen, allen Wetterlagen und den unterschiedlichsten Menschen.
Ich habe mich heute bereits gelangweilt und geärgert.
Ganz kurz hatte ich Selbstzweifel und ich hatte einen Moment in dem ich richtig gefeiert habe.
Ich habe frische Luft geatmet und war mit mir ganz allein. Die Kinder haben mich umwirbelt, kurz verrückt gemacht und dann wieder mit Liebe erfüllt. Mein Mann hat sich den ganzen Tag nicht gemeldet und mir am Abend die Füße massiert. Meine 96-jährige Oma bereitet sich auf einen Umzug in ihre neue Wohnung vor und ich darf sie darin bestärken und dankbar sein, dass es sie noch immer in meinem Leben gibt.

Das alles ist Alltag! Mein Alltag!

 

Der Tod wird im EKG durch die Null-Linie, einer Geraden ohne Ausschläge angezeigt.
Das Leben durch eine im Zick-Zack verlaufende Linie mit Ausschlägen nach oben und unten.

So sollte jeder Tag sein – so lange bis irgendwann der letzte kommt.
Dann blicke ich auf ein Leben aus Höhen und Tiefen und definitiv nicht aus einer Geraden zurück. Und ich wünsche mir, dass ich dann die Menschen um mich habe, die mich lieben.

Auf den Alltag!

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

„Krisen sind eine Chance!“

Das haben wir in den vergangenen Monaten sehr oft gehört.
Die Aussage stimmt, aber sie ist nicht immer leicht zu verstehen bzw. umzusetzen.

Wer in einer Krise steckt oder bestimmte Situationen als Krise betrachtet, erkennt eben genau aus diesem Grund nicht die große Chance, vor der er gerade offenbar steht.

 

Um was für eine Chance handelt es sich denn überhaupt, wenn man in einer Krise steckt?

In der Regel wird hier von der Chance zur Veränderung gesprochen.
Denn die meisten Menschen verändern erst dann etwas in ihrem Leben, wenn ein Ereignis eintritt, das sie zum Umdenken zwingt. Schicksaalschläge jeglicher Art sind hier meist der Auslöser. Sie erinnern uns an den Wert des eigenen Lebens – an das, was für jeden Einzelnen wirklich zählt.

Aber genau hier steckt auch eine große Gefahr.
Das eigene Leben zu hinterfragen, bzw. die Art und Weise, wie man es bisher geführt hat, ist gut, solange man nicht blind losrennt und im wilden Aktionismus ganz viel Porzellan zerschlägt, das sich danach nicht wieder reparieren lässt.

Das Leben, das Du bis jetzt geführt hast, ist genau das, was Du für Dich bestimmt hast.
Es ist Dein aus Deinen Entscheidungen heraus gewählter Weg.
Manchmal hast Du ihn bewusst gewählt, manchmal intuitiv. Aber auf jeden Fall warst Du es, der die Wahl getroffen hat. Es hat viele Gründe, warum Du stehst, wo Du stehst.
Und es ist gut, so wie es ist!


Nun stehst Du an einer Gabelung

Krisen sind immer Gabelungen, aber sie müssen keine komplett neue Ausrichtung bedeuten.
Es kann sein, dass Du Die Richtung Deines bisherigen Weges beibehältst. Allerdings läufst Du ein paar Meter abseits und erblickst dabei neue Dinge, nimmst den Weg anders wahr, siehst andere Farben…
Oder Du wählst den anderen Weg und schlägst eine vollkommen neue Richtung ein.

Veränderungen gibt es auf verschiedene Art und Weisen.
Die eine lässt keinen Stein auf dem anderen, eine andere wiederum verändert lediglich das Setting, die Umstände, die Denkweise und bewirkt ebenfalls enorm viel.
In jedem Fall wird es nicht mehr so sein wie zuvor.
Das ist gut so! Es soll auch so sein, denn ansonsten wäre die Krise nicht in Dein Leben getreten.

Beide Möglichkeiten der Veränderung sind gut.
Aber welche jetzt für Dich richtig ist, kann niemand außer Dir entscheiden.

Ohne Krisen würden wir kaum etwas in unserem Leben verändern. Dabei halten wir sehr viel aus, verdrängen und reden uns ein, dass alles gut ist.
Veränderungen machen Angst. Sie sorgen für Verunsicherung und das ist etwas, das unser Verstand auf jeden Fall vermeiden will. Er möchte uns beschützen – vor allen Konsequenzen die eine eventuelle Veränderung mit sich bringen würde.

Aber braucht es wirklich immer erst einen Zusammenbruch des (eigenen) Systems, bis man den Mut aufbringt etwas zu verändern?

Ich glaube ja und liefere selbst ein gutes Beispiel dafür.
Krisen sind die Initialzündung für Veränderungen, denn sie liefern uns die Rechtfertigung vor allen Konsequenzen.

Genau deshalb rufen jetzt viele Coaches und geistige Lehrer zum Mut zur Veränderung auf.
Wir brauchen solche Zeiten, um uns in Gang zu setzen. Ansonsten haben wir es uns in unserem Alltagsnest zu gemütlich gemacht.

Der Kraftaufwand ist hoch und deshalb muss meistens auch der Schmerz groß sein, um den Weg anzutreten.

Unsere persönlichen Krisen sehen alle vollkommen verschieden aus.
Was für die eine Person eine Herausforderung ist, stürzt eine andere in die Verzweiflung und umgekehrt.
Krisen können unterschiedlich stark sein und keine lässt sich von außen bewerten. Sie sind sehr persönlich und jeder geht anders damit um.

 

Krise als Motor und Geschenk?

Um eine Krise „sinnvoll“ zu nutzen und sie zum Motor und letzten Endes Geschenk werden zu lassen, gibt es einiges zu beachten.

1.     Komme zur Ruhe
Die Situation wirbelt ganz viel auf. Sie lässt Gefühle in uns hochkommen, die uns eventuell erschrecken und die uns vor allem lähmen.
Angst, Wut, Trauer, Scham sind solche Kandidaten.
Sie gehen an unsere Grundbedürfnisse und lassen uns in ein tiefes Loch fallen.
„Keine Ahnung, wie ich da wieder raus kommen soll…“

Versuche Dir dieser Gefühle bewusst zu werden.

Welches Gefühl kommt hoch?
Oder kommen mehrere Gefühle hoch?
Treten sie gleichzeitig oder hintereinander auf?
Wann treten sie auf?
Was war der Auslöser?
Welches Ereignis hat sie getriggert?

Versuche im ersten Schritt nur wahrzunehmen und Dir der Situation bewusst zu werden.
Erkenne das Gefühl an. Lass es zu und vor allem erlaube es Dir.
Denn, es gehört zu Dir!

Dass Du fühlst was Du fühlst, hat etwas mit Deinen Prägungen und Erfahrungen zu tun. Es kommt nicht, weil Du ein schwacher Mensch bist!

Dir werden ganz klar Deine Grenzen aufgezeigt, aber auch woran Du arbeiten darfst.
Eines ist klar: Aufgeben ist keine Option!

Grenzen sind dafür gemacht um etwas abzugrenzen, in Schach zu halten oder zu verbergen. Aber wann haben Menschen jemals Grenzen auf Dauer akzeptiert? Grenzen werden überwunden – sei es physisch oder mental.

Zuerst stellen wir sie fest, dann stellen wir sie in Frage und zuletzt fordern wir sie heraus und überwinden sie.


Welches Gefühl steckt also hinter Deiner Krise?


Angst:

Angst macht Angst.
Sie drückt sich oft in Stress, Nervosität oder Schlafstörungen aus und raubt uns den Atem. Angst ist die Grenze schlecht hin, denn sie baut sich wie eine Mauer vor bzw. in uns auf und verhindert jegliches Weiterkommen.

Sie steht oft in Zusammenhang mit Existenz- oder Verlustängsten.
Das Bedürfnis nach Sicherheit ist ein starkes Grundbedürfnis aller Menschen. Wir handeln instinktiv danach und alles was vermeintlich unsere Existenz bedroht macht uns Angst.
Allerdings lassen wir uns auch sehr schnell in diese vermeintliche Existenzangst drängen. Viele Menschen empfinden bereits Existenzängste, sobald im Job mal schlechte Luft herrscht. Schlechte Laune beim Vorgesetzten, ein fragwürdiger Kommentar eines Kollegen und schwups dreht das Gedankenloskarussell seine Runden.

Für alle Ängsten, die in Dir hochkommen, gilt eine simple aber wirksame Strategie: Stell Dir die Frage, ob Du sicher weißt, dass es ist, wie Du denkst, dass es ist?

 

„Gedanken sind wie Wolken. Sie kommen und gehen. Wahr werden sie erst dann, sobald Du sie glaubst.“ (Byron Katie)

 

Ist Deine Existenz wirklich bedroht, wenn Du Deinen Job verlierst?
Bist Du tatsächlich in Gefahr, wenn Du zu wenig Geld auf dem Konto hast?

Unsere Angst kann uns helfen, den Übergang zu etwas Neuem zu schaffen. Denn wenn wir etwas nicht ändern oder akzeptieren können, dann kann es nur etwas Neues geben. Hierfür braucht es Mut, sich der Angst zu stellen und sich nicht von ihr eingrenzen zu lassen. Wenn Du Angst nicht als Gefahr betrachtest, sondern eine Neugier für das Unbekannte entwickeln kannst, so wird auch Angst zu deinem Motor.

Wir Menschen schütten Dopamin, unser Glückshormon, u.a. immer dann aus, wenn uns Neues begegnet. Das kannst Du natürlich erreichen, indem Du Dir ständig neue Sachen kaufst. Du kannst aber auch etwas verändern und dadurch etwas Neues in Dein Leben holen, das Dich glücklich machen wird.

Wut:
Von der Wut handelt mein letzter Blog-Artikel, den Du Dir an dieser Stelle gerne durchlesen darfst. Daher will ich hier nicht mehr ausführlich darauf eingehen.
Wut entsteht, wenn ich etwas als falsch erachte. Daher ist unsere Wut auch immer ein wichtiger Antreiber und bringt uns ins Handeln. Sie ist wichtig, damit Du den Veränderungsprozess in Gang setzt.

Trauer:
Trauer wird ungern zugelassen und daher oft verdrängt. Sie ist in unserer Gesellschaft nicht besonders anerkannt und wird dadurch oft mit Mitleid oder Verharmlosung kommentiert.
Tatsächlich ist Trauer jedoch eine wichtige Kraft, die uns hilft loszulassen. Mit ihr akzeptieren wir was ist, auch wenn wir den Wunsch haben, dass es anders ist.
Trauer hilft uns Frieden zu schließen. Sie öffnet unser Herz und bringt uns in Kontakt mit unseren Bedürfnissen und Sehnsüchten – mit uns selbst.

Scham:
Scham ist wohl jedem von uns gut bekannt und eng verbunden mit dem Gedanken: „Ich bin falsch.“
Dieses Gefühl betrifft immer nur uns selbst. Hier bewerten wir nichts das von außen kommt, sondern reflektieren das eigene Selbst.
Bei Scham geht es um Reflektion und Innenschau. Wir hinterfragen uns und unser Tun, was für sich betrachtet doch gar nicht so verkehrt ist. Aber auch hier ist es ein Akt des „sich Erlaubens“.
Sich selbst zu betrachten, zu reflektieren und dadurch kennenzulernen bedeutet Überwindung, kann jedoch auch sehr befreiend sein.
Durch dieses Schamgefühl erkennen wir unsere Grenzen, Fehler und Schwächen und können darauf basierend eine gesunde Selbstliebe entwickeln.

 

Im 2. Teil von „Gefühle der Krise“ erfährst Du Schritt zwei und drei, wie Du Deiner Krise begegnen und sie zu einem Motor für eine Veränderung in Deinem Leben machst.

 

Fortsetzung von „Gefühle der Krise – Teil 1“ 

 

2.     Erkenne und lass los
Wenn Du Dir die Ruhe und Zeit genommen hast, wahrzunehmen welche Gefühle hochkommen, kannst Du erkennen was dahintersteckt bzw. was der Auslöser ist.
Versuche alle Bewertungen rauszunehmen und einfach nur zu akzeptieren.

Mit der Situation zu hadern und Dich für Deine Empfindungen fertig zu machen, wird Dich keinen Schritt weiterbringen.
Es ist ein Akt der Selbstliebe, anzuerkennen was ist und es dann liebevoll wieder zu verabschieden.

Erst wenn Du loslässt, machst Du den Weg frei für neue Möglichkeiten und Lösungen.

3.     Finde neue Möglichkeiten
Die Situation zu erkennen und anzunehmen, bedeutet nicht, dass Du Dich ihr ergeben sollst. Im Gegenteil. Es verhindert, dass Du Dich dafür selbst fertig machst und den Weg zur Veränderung blockierst.
Jetzt ist es an der Zeit weiter zu gehen und die Situation in die Hand zu nehmen.

Stelle Dir folgende Fragen:
„Was kann ich jetzt tun?“
„Welche Möglichkeiten habe ich und wer kann mir helfen?“


Es gibt immer einen Weg! IMMER! 

Auch wenn Du oder einer Deiner Lieblingsmenschen erkrankt oder gar im Sterben liegt.
Es gibt immer Möglichkeiten, sich der Situation zu stellen und damit zurecht zu kommen.
Selbst mit dem Tod!

Ich habe furchtbare Angst vor dem Tod. Nicht vor meinem, aber vor dem eines Menschen, den ich liebe. Ich musste diese Angst schon einmal ertragen und sie läuft mir an manchen Tagen noch immer ab und zu über den Weg.

Aber all diese Empfindungen wie Selbstmitleid, Zweifel oder Angst haben mich noch nie vorwärts gebracht. Sie haben nie etwas verändert – im Gegenteil!
Ich glaube an die selbsterfüllende Prophezeiung und ihr will ich mein Glück auf keinen Fall überlassen.
NO WAY!

Es geht immer weiter!
Irgendein Weg tut sich immer auf und das oft völlig anders, als Du es Dir hättest vorstellen können.
Man sollte jedoch die Augen aufhalten und dafür bereit sein. Sonst verpasst man ihn und bleibt im alten Schlamassel stecken.


Jeder von uns kann stark sein, wenn er muss. 

Und dabei möchte ich betonen, dass man natürlich auch mal schwach sein darf. Das ist in Ordnung! Du darfst heulen, schreien, schimpfen, fluchen und gegen die Tür treten. Aber irgendwann ist es gut. Dann stehst Du auf und suchst nach einem Weg, der Dich jetzt da rausführt oder der Dich dabei unterstützt und begleitet.

 

Deine Beziehungen werden Dir helfen 

Bitte um Hilfe! Verstecke Dich nicht, sondern erzähle wie es Dir geht.
Du wirst erstaunt sein, wie Vielen es ähnlich geht wie Dir.

Eines hat mich meine Erfahrung gelehrt: steinige Wege lassen sich nie gut alleine gehen.
Ab und zu muss man ein Stück getragen werden, oder zumindest die Hand von jemand anderem halten, damit man weiß, dass man nicht alleine ist.

Irgendwann wirst Du das Gefühl haben umkehren zu müssen, weil es einfach nicht mehr weiter geht.
Auf manchen Wegen würde das gehen, auf manchen jedoch nicht.
Daher rate ich auch hier, einfach immer weiter zu gehen und zu vertrauen. Glaube mir, egal was Dich erwartet, irgendwann ist der Weg überwunden und Du wirst unfassbar dankbar, glücklich und stolz sein, dass Du durchgehalten hast.

 

Hier gibt es eine wunderschöne Übung, die ich Dir ans Herz legen möchte 

Wenn Du in einer Krise steckst und gerade die Veränderung angehst, dann stell Dir vor, wie es sein wird, wenn Du da bist, wo Du hinwillst.

Stell Dir vor, Du triffst eine Freundin oder einen Freund und erzählst von Deinem Weg.
Versetze Dich in den Moment, wenn Du davon erzählst.

Kannst Du die Freude, das Glück und den Stolz fühlen, die Du empfindest?

Verankere dieses Gefühl, das fette Grinsen in Deinem Gesicht, das Kribbeln in deinem Bauch, wenn Du an diesen Moment denkst. Wenn Du davon berichtest, wie Du den Weg Deiner Veränderung gegangen bist.
Vielleicht kannst Du sogar den Wein schmecken oder das Essen riechen, das in dem Lokal serviert wird. Stelle Dir alles so intensiv und bildlich vor wie möglich.

Wann immer Du zweifelst, holst Du Dir dieses Gefühl hoch und gehst dann mutig weiter voran.

Krisen können uns ins Wanken bringen und unser Leben von einem Moment auf den anderen verändern. Aber letztendlich hast Du es in der Hand, was Du daraus machst und was Du mit Dir machen lässt.
Hier findet jeder seinen eigenen Weg. Was für mich gut war, kann bei Dir nicht funktionieren und umgekehrt.

Wichtig ist, dass wir weiter gehen, uns nicht entmutigen lassen und im Vertrauen bleiben.

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

Heute erwartet Dich eine kurze aber emotionale Folge.

Am am Wochenende habe ich einen Film gesehen, der mich sehr berührt hat.
Er hat mich daran erinnert, wie unfassbar dankbar und glücklich wir sein können, dass wir heute unser großes Mädchen in die Arme schließen, mit ihr lachen und streiten und ihre Freude an der 1. Klasse teilen dürfen. Wir mussten uns nicht verabschieden.

Auch wenn wir es mittlerweile meistens im Alltag vergessen –
Wir sind deutlich bewusster für unser gemeinsames Leben geworden und freuen uns über alles, was wir zusammen erleben dürfen.

Im nach hinein kann ich es sogar als Geschenk betrachten.
Das mag befremdlich klingen und natürlich würde ich niemandem so etwas wünschen.

Aber für mich hat sich dadurch ganz viel zeigen und verändern können.
Ich habe so viel Stärke in mir entdeckt und gelernt, was Liebe, die einen umgibt, alles bewirken kann.

 

Ich hatte letzte Woche, im Wartezimmer unseres Kinderzahnarztes, ein interessantes Erlebnis in Sachen Kommunikation.

Das ging mir ziemlich im Kopf herum, weil es mir vor Augen geführt hat, was bei Kommunikation schief laufen kann. Konflikte könnten vermieden oder einfach schneller beendet werden, wenn man sich bewusst macht, dass der „Angriff“ gar nicht mir gilt, sondern ausschließlich etwas mit der Person zu tun hat, die ihn ausführt.
Es gibt immer Gründe, warum Menschen ihren Frust bei anderen rauslassen. Dem kann ich mich aussetzen oder entscheiden, emphatisch zu sein und keine Plattform zu bieten.

In der heutigen Folge erzähle ich, wie ich diese Situation erlebt habe. Ich zeige Dir, wie ich anders hätte reagieren können, aber auch warum ich so reagiert habe wie ich es habe. Du erfährst, wie Du mit solchen Situationen umgehen und was Du für Dein eigenes Kommunikationsverhalten daraus ziehen kannst.

„Mama, was ist eigentlich böse?“
Mit dieser Frage überraschte mich meine Tochter am Abend, als wir uns beim zu Bett bringen noch ein bisschen unterhielten.

Tja, das war eine gute Frage. Was ist es denn eigentlich?
Spontan fielen mir diverse Dinge ein, die man böse nennen würde.
Tierquälerei, Umweltverschmutzung, Kindesentführung, Gewalt, Krieg, …
Das sind alles schlimme Sachen, aber liegt das Böse nicht auch immer im Auge des Betrachters?

Meine Tochter fragte dann, ob es böse ist, wenn die beste Freundin nicht mehr die beste Freundin ist. Das verneinte ich und plötzlich fiel mir eine Antwort ein, die ich ganz treffend finde:
Böse ist, wenn jemand einem Lebewesen, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze, emotionalen oder körperlichen Schaden zufügt und dabei Freude empfindet.

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