Ich habe noch nie einen Jahresrückblick geschrieben, aber dieses Jahr verdient einen.
2020 hat sich so dermaßen anders entwickelt, wie es nur geht.

Für mich hatte dieses Jahr so viele wunderschöne Erlebnisse parat, dass ich Dir davon erzählen möchte.

Auch wenn für viele Menschen in diesem Jahr die Schatten länger waren, gab es auch viele Lichtmomente. Denn Beide, Schatten und Licht, sind fest mit einander verbunden.

Im Januar hatte ich große Pläne, was ich für mein Coaching Business alles erreichen möchte.
Ich entschied mich einen Online Kurs zu gestalten, in dem ich Frauen dabei unterstütze einen Veränderungswunsch umzusetzen. Mein Ziel war es, damit mehr Frauen zu erreichen als im 1:1 Coaching und eine zusätzliche Möglichkeit der Weiterentwicklung anbieten zu können. Bei der Erstellung des Kurses holte ich mir Unterstützung und entwickelte ihn im Rahmen des Programms SOMBA-KICKSTART von Sigrun.

Es hat so viel Freude gemacht diesen Kurs zu erstellen und ich war begeistert, 24 Frauen als Teilnehmerinnen gewinnen zu können. Leider lies es die sich zuspitzende Situation mit Corona nicht zu, dass wir gemeinsam den Kurs beenden konnten. Die meisten Frauen mussten sich sortieren und den Haushalt mit Kind und Schule zu Hause organisieren. Für mich war es dennoch eine ganz tolle Lernerfahrung, deren Ergebnisse ich in einen neuen Kurs 2021 einbeziehen werde.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr, war für mich das Treffen meines früheren besten Freundes nach 8 Jahren Funkstille. Ich hatte mir im Jahr zuvor ein Herz gefasst, meinen gekränkten Stolz überwunden und ihn angerufen. Es war so schön, sich nach dieser langen Zeit wieder zu sehen und 2021 wird es hoffentlich ebenfalls wieder möglich sein.

Auch wenn es seltsam klingt, aber 2020 war für uns auch ein Jahr mit wunderschönen Reisen.

In den Frühjahresferien ging es nach 7 Jahren das erste Mal wieder in den Skiurlaub.
Ich hatte es so vermisst!
Mit meinen Eltern und meiner Schwester sind wir 20 Jahre lang auf dieselbe Alm gefahren und dort musste es nun auch mit meiner Familie hingehen. Egal wie lange ich nicht mehr da war, ich fühle mich dort immer wie zu Hause.
Nach dem Skifahren fuhren die Kinder und ich nicht mehr zurück nach Hamburg, sondern blieben direkt bei meinen Eltern. Meine Schwester blieb ebenfalls mit ihrer Familie.
Wir verbrachten wunderschöne Wochen und bekamen von Corona und dem Lock Down ziemlich wenig mit.
Einmal mehr lernten wir, wie schön es sein kann, wenn alle geliebten Menschen zusammen sind und dabei auch aufeinander Rücksicht nehmen.
Die Kinder lieben es – je mehr Leute umso besser.
Wir bauten Hütten, ritten auf Hexenbesen durch den Wald, erkundeten alte Gräben, teilten uns für den Unterricht im Home Schooling auf, bastelten, malten, kochten gemeinsam, spielten Karten, besuchten die Urgroß -Oma im Pflegeheim (wir winkten ihr von Schiebetür zu Schiebetür zu), spielten Fußball, gingen spazieren und führten viele Gespräche.

Es war eine richtig tolle Zeit und ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie uns diese Möglichkeit geschaffen hatten.

Im Mai wollte ich eigentlich mit einer Freundin zusammen zu einem Seminar von Tony Robbins fliegen, dem Motivationscoach Nr.1 seit 30 Jahren. Aber da dieses nicht stattfinden konnte, machten wir uns ein tolles, langes Wochenende mit beiden Familien an der Ostsee.

Die Sommerferien verbrachte ich komplett im Süden.
Zwei Wochen Zelten in Slowenien waren so erholsam und Corona-konform, wie man es sich nur vorstellen kann. Selten waren ein Campingplatz und seine Sanitäranlagen so sauber.
Die restlichen Ferien waren wir wieder bei meinen Eltern und meiner Schwester. Wir besuchten einen Dinopark, verbrachten ganze Tage an Badeseen und machten Radtouren zu sämtlichen Eisdielen in der Umgebung.

Im Herbst machte ich an einem gemütlichen Mädelswochenende meine erste Wattwanderung und lies mir neue Energie von der frischen Nordseeluft “einpusten“.

In den Herbstferien war Apfelernte angesagt. Mit dem Trekker ging es auf die Obstbaumwiese meiner Mama in ihrem Heimatort und die Kinder hatten ganz viel Spaß beim “Kullerfässchen“ Spiel den Hang runter ab ins Feld.

 

2020 war für mich besonders ein Jahr der Familie.

Ich habe schon lange nicht mehr so viel Zeit mit meinen Eltern und meiner Schwester verbracht, wie in diesem Jahr.
Aber auch allgemein habe ich sehr viel Zeit mit meinen Kindern verbracht und ich bin dankbar für den Rat meiner Mutter, mein Business zurückzustellen. So war es mir möglich die Zeit auch genießen zu können, ohne ständig Druck und schlechtes Gewissen zu verspüren. Wer weiß, ob ich nochmal die Gelegenheit bekomme, so viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Es geht alles so schnell vorbei. Ich klinge wie eine alte Frau, wenn ich sage: „Die Zeit vergeht wie im Flug.“ Aber ich empfinde es, besonders mit Blick auf die Kinder, genau so.

 

2020 war für mich auch ein Jahr des Neudenkens und neu Erschaffens.

Imke, eine Kollegin aus der Coaching Ausbildung hatte mich gefragt, ob ich mit ihr an einem neuen Projekt arbeiten möchte. Wir hatten so viele tolle Termine, in denen wir neue Ideen kreierten und Coaching Prozesse entwickelten. Egal, was nun daraus entstehen wird – die Stunden mit Imke waren für mich ein großer Gewinn, in denen ich u.a. mal wieder auch viel über mich selbst lernen durfte.

Es kehrte für mich außerdem viel mehr Ruhe und Sicherheit in meine Entscheidung zur Selbstständigkeit ein.
Auch wenn es noch immer nicht so läuft, wie ich mir das gedacht hatte, werde ich immer klarer und sicherer, dass dies mein Weg und aufgeben keine Option ist.
Mein „Warum“ wird mir immer bewusster und ein neues Coaching Programm mit dem Schwerpunkt „Beziehung“ ist im Entstehen.
Ich habe viel über Vertrauen in mich selbst gelernt. Aber auch dem Prozess zu vertrauen und immer weiter zu gehen. „Trust the process!“ war der Leitspruch aus dem Online Kurs im Frühjahr und genau daran, werde ich mich weiter halten.

 

In diesem Jahr waren Angst und Sorge für viele Menschen vorherrschende Gefühle.
Ich bin sehr dankbar, dass das bei mir nicht der Fall war und ist.
Dies hat weder etwas damit zu tun wie viel oder wenig ich in diesem Jahr verdient habe, noch ob ich oder irgendjemand aus meinem Umfeld krank wurde.
Ich habe bereits gelernt wie es ist, wenn man mit einer furchtbaren Krankheit konfrontiert wird und das Gefühl hat, dass es einen den Boden unter den Füßen wegzieht.
Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass in jeder noch so furchtbaren Situation eine Lehre und Chance steckt. Es ist nie einfach nur Schicksal.
Entscheidend ist, was wir der Situation erlauben mit uns machen zu können, bzw. was wir daraus dann machen.

Mein Lieblingsspruch aus diesem Jahr stammt von Tony Robbins, dessen Seminar ich dann immerhin noch virtuell miterleben durfte.

„Where focus goes, Energy flows!”

Diesen Satz kannst Du auf alles verwenden, das Dich gerade umtreibt.
Welcher Sache schenkst Du gerade die meiste Aufmerksamkeit? Wohin fließt Deine Energie?

Wer seinen Fokus den ganzen Tag auf Krankheit, Ansteckungsgefahr, persönliche Krise etc. ausrichtet, wird genau das bekommen. Denn dort steckt all seine Energie.

Kennst Du die Geschichte von „Jim Knopf und der Scheinriese“?
Jim und Lukas waren in der Wüste und sahen plötzlich einen gewaltigen Schatten. Es musste ein Riese sein, der bis zu den Wolken reichte. Jim hatte furchtbare Angst. Je näher sie jedoch dem vermeintlichen Riesen kamen umso kleiner wurde er, bis sie am Ende vor einem winzigen Männchen standen.
Manches scheint größer, als es in Wirklichkeit ist. Besonders wenn es angeleuchtet wird.
Worauf richtest Du Dein Licht?

2020 war wirklich sehr überraschend.
Aber hat es uns nicht u.a. auch genau das gebracht, was wir gebraucht haben?
Mehr Bewusstsein, Nachhaltigkeit, Nähe, allein sein, Rückzug, Ruhe, Fokussierung, Tiefe, Dankbarkeit, Bewegung, frische Luft, Freiheiten, Flexibilität, Familie, Zweisamkeit, aufs Wesentliche besinnen, Freundschaften vertiefen/ auffrischen, Nachbarschaftshilfe, kreative Ideen und Lösungen, …?

Ich werde meine Energie weiter auf meine Wünsche und Ziele ausrichten und bin sehr gespannt was 2021 für uns bereithält.

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

 

P.S. beim Korrekturlesen ist meinem Mann aufgefallen, dass er kaum Erwähnung findet. Tatsächlich haben wir beide in diesem Jahr zu wenig Zeit zusammen verbracht. Er musste viel arbeiten und ich war viel mit den Kindern unterwegs. Dies ist auf jeden Fall ein wichtiger Vorsatz für das kommende Jahr – mehr Zweisamkeit als Paar!

„Lebe jeden Tag als wäre es Dein letzter!“


Dieser Spruch wird sehr häufig bemüht, wenn es darum geht, dass man sein Leben achtsamer führen soll. Die meisten Menschen hetzen durch ihren Tag und bekommen gar nicht mit, was um sie herum an schönen Dingen alles passiert oder sich zeigt.

Wir haben den Sinn fürs „Langsam sein“ verloren.

Unsere Zeit ist so schnell geworden, dass es sich seltsam anfühlt, wenn man dazwischen einmal stehenbleibt.
E-Mail, Smart Phones, etc. tragen alle dazu bei, dass wir Dauerbeschallt und Dauerpräsent sind. Immer erreichbar, Immer verfügbar, immer leistungsbereit und das auch noch gleichzeitig auf mehreren Kanälen.

Man könnte es auch effektiv und multifunktional nennen.
Oder aber auch einfach nur anstrengend und stressig.

Irgendwie ist es aber so normal geworden. Kaum einer macht sich darüber Gedanken – das passiert meist erst dann, wenn etwas vorfällt, das einen zum anhalten zwingt.

 

Seit einigen Jahren stehe ich nicht mehr 10 Stunden am Tag einem Arbeitgeber zur Verfügung.
Tatsächlich arbeite ich durchschnittlich nicht einmal 5 Stunden am Tag, sondern kümmere mich u.a. auch viel um mich, die Kinder und unser Familienleben.

Ich kann nicht sagen, dass ich immer zufrieden bin, was die Job Seite angeht.

Sie ist nicht erfolgreich im Sinne von erfolgreich, wie die Arbeitswelt und sehr viele meiner Mitmenschen es bezeichnen. Es bringt zu wenig Geld, sichert mir keine Rente und meine frühere Karriere habe ich einfach so über den Haufen geworfen.

Ab und zu packt es mich dann und eine Welle der Sorge und Vorwürfe bricht über mir zusammen.
Aber zurück in den Hustle eines Angestellten Jobs?
Zurück in die Abhängigkeit von Zeitvorgaben und Launen anderer?
Nein! No way!

Ich schwanke zwischen „Ich will Geld ausgeben und konsumieren!“, wie ich es früher täglich ausführlich betrieben habe, und „Ich genieße die Zeit für mich und die Kids und stecke dafür materiell zurück.“.
Dieser Satz klingt natürlich total super und aufopfernd lebensbejahend und irgendwie auch sehr nach Instagram & Co.

Wie gesagt, ich fühle den nicht immer, aber ich fühle, dass er für mich tatsächlich richtig ist.

Auch wenn ich mich gleichzeitig immer wieder glaube rechtfertigen zu müssen und mich selbst unter Druck setze, weil ich zu wenig Geld nach Hause bringe, mich von meinem Mann abhängig mache, Altersarmut droht und was einem sonst noch alles von außen rangetragen wird.

 

Aber was wollte ich denn nun eigentlich schreiben?

Ich bin der Meinung, dass wir uns von Sätzen wie „Lebe jeden Tag als wäre es Dein letzter!“ nicht unter Druck setzen lassen dürfen.

Was ist denn für Dich ein perfekter Tag?
Kann ein perfekter Tag nicht auch ein Tag aus dem Alltag einer Mutter sein. Einer Familie?
Oder einfach eines ganz normalen Human Being?

Irgendwie dachte ich immer, solche Tage können nur Stars oder Millionäre haben.

Sie, so meine Vorstellung, leben jeden Tag alles, was wir uns nur am Sonntag gönnen – oder im Urlaub.

Aber mittlerweile glaube ich das nicht mehr.
Niemand kann und niemand will das? Jedenfalls nicht auf Dauer.

Dieser Satz bezieht sich auf die Achtsamkeit und darauf, dass wir uns wieder besinnen und ab und zu innehalten sollen.
Frage Dich dann, was diesen Tag gerade gut macht.
Was habe ich heute bereits Schönes gesehen?
Wen habe ich getroffen?
Wer oder was hat mich bereichert?
Worüber habe ich mich gefreut?

Besonders in Momenten, in denen wir traurig oder unzufrieden sind, helfen uns solche Fragen, um uns aus diesem Tief wieder herauszuholen.

Unser Alltag muss kein Spa–Tag am Meer sein, an dem wir wundervolles Essen genießen mit einem Mann, der uns jeden Wunsch von den Lippen abliest und Kindern, die friedlich spielen und uns mit ihrem herzlichen Lachen erfreuen.
Das wäre total gruselig! (Täglich zumindest)

Auf was soll ich mich denn dann noch freuen? Muss es nicht einen Unterschied geben zu „normalen“ Tagen und Tagen, an denen wir uns etwas aus der Reihe gönnen?


Jeder Tag birgt etwas Besonderes! Wir ärgern und freuen uns, wir lachen und weinen, wir leben!

 
Es ist unsere Entscheidung, was wir daraus machen und wie wir die Welt sehen.
Jeden Tag aufs Neue.

Der heutige Tag ist zum Glück (hoffentlich) nicht mein letzter und er war nicht besonders im Sinne von außergewöhnlich.

Er war besonders, weil ich ihn gelebt habe.

Leben besteht aus allen Emotionen, allen Wetterlagen und den unterschiedlichsten Menschen.
Ich habe mich heute bereits gelangweilt und geärgert.
Ganz kurz hatte ich Selbstzweifel und ich hatte einen Moment in dem ich richtig gefeiert habe.
Ich habe frische Luft geatmet und war mit mir ganz allein. Die Kinder haben mich umwirbelt, kurz verrückt gemacht und dann wieder mit Liebe erfüllt. Mein Mann hat sich den ganzen Tag nicht gemeldet und mir am Abend die Füße massiert. Meine 96-jährige Oma bereitet sich auf einen Umzug in ihre neue Wohnung vor und ich darf sie darin bestärken und dankbar sein, dass es sie noch immer in meinem Leben gibt.

Das alles ist Alltag! Mein Alltag!

 

Der Tod wird im EKG durch die Null-Linie, einer Geraden ohne Ausschläge angezeigt.
Das Leben durch eine im Zick-Zack verlaufende Linie mit Ausschlägen nach oben und unten.

So sollte jeder Tag sein – so lange bis irgendwann der letzte kommt.
Dann blicke ich auf ein Leben aus Höhen und Tiefen und definitiv nicht aus einer Geraden zurück. Und ich wünsche mir, dass ich dann die Menschen um mich habe, die mich lieben.

Auf den Alltag!

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

„Krisen sind eine Chance!“

Das haben wir in den vergangenen Monaten sehr oft gehört.
Die Aussage stimmt, aber sie ist nicht immer leicht zu verstehen bzw. umzusetzen.

Wer in einer Krise steckt oder bestimmte Situationen als Krise betrachtet, erkennt eben genau aus diesem Grund nicht die große Chance, vor der er gerade offenbar steht.

 

Um was für eine Chance handelt es sich denn überhaupt, wenn man in einer Krise steckt?

In der Regel wird hier von der Chance zur Veränderung gesprochen.
Denn die meisten Menschen verändern erst dann etwas in ihrem Leben, wenn ein Ereignis eintritt, das sie zum Umdenken zwingt. Schicksaalschläge jeglicher Art sind hier meist der Auslöser. Sie erinnern uns an den Wert des eigenen Lebens – an das, was für jeden Einzelnen wirklich zählt.

Aber genau hier steckt auch eine große Gefahr.
Das eigene Leben zu hinterfragen, bzw. die Art und Weise, wie man es bisher geführt hat, ist gut, solange man nicht blind losrennt und im wilden Aktionismus ganz viel Porzellan zerschlägt, das sich danach nicht wieder reparieren lässt.

Das Leben, das Du bis jetzt geführt hast, ist genau das, was Du für Dich bestimmt hast.
Es ist Dein aus Deinen Entscheidungen heraus gewählter Weg.
Manchmal hast Du ihn bewusst gewählt, manchmal intuitiv. Aber auf jeden Fall warst Du es, der die Wahl getroffen hat. Es hat viele Gründe, warum Du stehst, wo Du stehst.
Und es ist gut, so wie es ist!


Nun stehst Du an einer Gabelung

Krisen sind immer Gabelungen, aber sie müssen keine komplett neue Ausrichtung bedeuten.
Es kann sein, dass Du Die Richtung Deines bisherigen Weges beibehältst. Allerdings läufst Du ein paar Meter abseits und erblickst dabei neue Dinge, nimmst den Weg anders wahr, siehst andere Farben…
Oder Du wählst den anderen Weg und schlägst eine vollkommen neue Richtung ein.

Veränderungen gibt es auf verschiedene Art und Weisen.
Die eine lässt keinen Stein auf dem anderen, eine andere wiederum verändert lediglich das Setting, die Umstände, die Denkweise und bewirkt ebenfalls enorm viel.
In jedem Fall wird es nicht mehr so sein wie zuvor.
Das ist gut so! Es soll auch so sein, denn ansonsten wäre die Krise nicht in Dein Leben getreten.

Beide Möglichkeiten der Veränderung sind gut.
Aber welche jetzt für Dich richtig ist, kann niemand außer Dir entscheiden.

Ohne Krisen würden wir kaum etwas in unserem Leben verändern. Dabei halten wir sehr viel aus, verdrängen und reden uns ein, dass alles gut ist.
Veränderungen machen Angst. Sie sorgen für Verunsicherung und das ist etwas, das unser Verstand auf jeden Fall vermeiden will. Er möchte uns beschützen – vor allen Konsequenzen die eine eventuelle Veränderung mit sich bringen würde.

Aber braucht es wirklich immer erst einen Zusammenbruch des (eigenen) Systems, bis man den Mut aufbringt etwas zu verändern?

Ich glaube ja und liefere selbst ein gutes Beispiel dafür.
Krisen sind die Initialzündung für Veränderungen, denn sie liefern uns die Rechtfertigung vor allen Konsequenzen.

Genau deshalb rufen jetzt viele Coaches und geistige Lehrer zum Mut zur Veränderung auf.
Wir brauchen solche Zeiten, um uns in Gang zu setzen. Ansonsten haben wir es uns in unserem Alltagsnest zu gemütlich gemacht.

Der Kraftaufwand ist hoch und deshalb muss meistens auch der Schmerz groß sein, um den Weg anzutreten.

Unsere persönlichen Krisen sehen alle vollkommen verschieden aus.
Was für die eine Person eine Herausforderung ist, stürzt eine andere in die Verzweiflung und umgekehrt.
Krisen können unterschiedlich stark sein und keine lässt sich von außen bewerten. Sie sind sehr persönlich und jeder geht anders damit um.

 

Krise als Motor und Geschenk?

Um eine Krise „sinnvoll“ zu nutzen und sie zum Motor und letzten Endes Geschenk werden zu lassen, gibt es einiges zu beachten.

1.     Komme zur Ruhe
Die Situation wirbelt ganz viel auf. Sie lässt Gefühle in uns hochkommen, die uns eventuell erschrecken und die uns vor allem lähmen.
Angst, Wut, Trauer, Scham sind solche Kandidaten.
Sie gehen an unsere Grundbedürfnisse und lassen uns in ein tiefes Loch fallen.
„Keine Ahnung, wie ich da wieder raus kommen soll…“

Versuche Dir dieser Gefühle bewusst zu werden.

Welches Gefühl kommt hoch?
Oder kommen mehrere Gefühle hoch?
Treten sie gleichzeitig oder hintereinander auf?
Wann treten sie auf?
Was war der Auslöser?
Welches Ereignis hat sie getriggert?

Versuche im ersten Schritt nur wahrzunehmen und Dir der Situation bewusst zu werden.
Erkenne das Gefühl an. Lass es zu und vor allem erlaube es Dir.
Denn, es gehört zu Dir!

Dass Du fühlst was Du fühlst, hat etwas mit Deinen Prägungen und Erfahrungen zu tun. Es kommt nicht, weil Du ein schwacher Mensch bist!

Dir werden ganz klar Deine Grenzen aufgezeigt, aber auch woran Du arbeiten darfst.
Eines ist klar: Aufgeben ist keine Option!

Grenzen sind dafür gemacht um etwas abzugrenzen, in Schach zu halten oder zu verbergen. Aber wann haben Menschen jemals Grenzen auf Dauer akzeptiert? Grenzen werden überwunden – sei es physisch oder mental.

Zuerst stellen wir sie fest, dann stellen wir sie in Frage und zuletzt fordern wir sie heraus und überwinden sie.


Welches Gefühl steckt also hinter Deiner Krise?


Angst:

Angst macht Angst.
Sie drückt sich oft in Stress, Nervosität oder Schlafstörungen aus und raubt uns den Atem. Angst ist die Grenze schlecht hin, denn sie baut sich wie eine Mauer vor bzw. in uns auf und verhindert jegliches Weiterkommen.

Sie steht oft in Zusammenhang mit Existenz- oder Verlustängsten.
Das Bedürfnis nach Sicherheit ist ein starkes Grundbedürfnis aller Menschen. Wir handeln instinktiv danach und alles was vermeintlich unsere Existenz bedroht macht uns Angst.
Allerdings lassen wir uns auch sehr schnell in diese vermeintliche Existenzangst drängen. Viele Menschen empfinden bereits Existenzängste, sobald im Job mal schlechte Luft herrscht. Schlechte Laune beim Vorgesetzten, ein fragwürdiger Kommentar eines Kollegen und schwups dreht das Gedankenloskarussell seine Runden.

Für alle Ängsten, die in Dir hochkommen, gilt eine simple aber wirksame Strategie: Stell Dir die Frage, ob Du sicher weißt, dass es ist, wie Du denkst, dass es ist?

 

„Gedanken sind wie Wolken. Sie kommen und gehen. Wahr werden sie erst dann, sobald Du sie glaubst.“ (Byron Katie)

 

Ist Deine Existenz wirklich bedroht, wenn Du Deinen Job verlierst?
Bist Du tatsächlich in Gefahr, wenn Du zu wenig Geld auf dem Konto hast?

Unsere Angst kann uns helfen, den Übergang zu etwas Neuem zu schaffen. Denn wenn wir etwas nicht ändern oder akzeptieren können, dann kann es nur etwas Neues geben. Hierfür braucht es Mut, sich der Angst zu stellen und sich nicht von ihr eingrenzen zu lassen. Wenn Du Angst nicht als Gefahr betrachtest, sondern eine Neugier für das Unbekannte entwickeln kannst, so wird auch Angst zu deinem Motor.

Wir Menschen schütten Dopamin, unser Glückshormon, u.a. immer dann aus, wenn uns Neues begegnet. Das kannst Du natürlich erreichen, indem Du Dir ständig neue Sachen kaufst. Du kannst aber auch etwas verändern und dadurch etwas Neues in Dein Leben holen, das Dich glücklich machen wird.

Wut:
Von der Wut handelt mein letzter Blog-Artikel, den Du Dir an dieser Stelle gerne durchlesen darfst. Daher will ich hier nicht mehr ausführlich darauf eingehen.
Wut entsteht, wenn ich etwas als falsch erachte. Daher ist unsere Wut auch immer ein wichtiger Antreiber und bringt uns ins Handeln. Sie ist wichtig, damit Du den Veränderungsprozess in Gang setzt.

Trauer:
Trauer wird ungern zugelassen und daher oft verdrängt. Sie ist in unserer Gesellschaft nicht besonders anerkannt und wird dadurch oft mit Mitleid oder Verharmlosung kommentiert.
Tatsächlich ist Trauer jedoch eine wichtige Kraft, die uns hilft loszulassen. Mit ihr akzeptieren wir was ist, auch wenn wir den Wunsch haben, dass es anders ist.
Trauer hilft uns Frieden zu schließen. Sie öffnet unser Herz und bringt uns in Kontakt mit unseren Bedürfnissen und Sehnsüchten – mit uns selbst.

Scham:
Scham ist wohl jedem von uns gut bekannt und eng verbunden mit dem Gedanken: „Ich bin falsch.“
Dieses Gefühl betrifft immer nur uns selbst. Hier bewerten wir nichts das von außen kommt, sondern reflektieren das eigene Selbst.
Bei Scham geht es um Reflektion und Innenschau. Wir hinterfragen uns und unser Tun, was für sich betrachtet doch gar nicht so verkehrt ist. Aber auch hier ist es ein Akt des „sich Erlaubens“.
Sich selbst zu betrachten, zu reflektieren und dadurch kennenzulernen bedeutet Überwindung, kann jedoch auch sehr befreiend sein.
Durch dieses Schamgefühl erkennen wir unsere Grenzen, Fehler und Schwächen und können darauf basierend eine gesunde Selbstliebe entwickeln.

 

Im 2. Teil von „Gefühle der Krise“ erfährst Du Schritt zwei und drei, wie Du Deiner Krise begegnen und sie zu einem Motor für eine Veränderung in Deinem Leben machst.

 

Fortsetzung von „Gefühle der Krise – Teil 1“ 

 

2.     Erkenne und lass los
Wenn Du Dir die Ruhe und Zeit genommen hast, wahrzunehmen welche Gefühle hochkommen, kannst Du erkennen was dahintersteckt bzw. was der Auslöser ist.
Versuche alle Bewertungen rauszunehmen und einfach nur zu akzeptieren.

Mit der Situation zu hadern und Dich für Deine Empfindungen fertig zu machen, wird Dich keinen Schritt weiterbringen.
Es ist ein Akt der Selbstliebe, anzuerkennen was ist und es dann liebevoll wieder zu verabschieden.

Erst wenn Du loslässt, machst Du den Weg frei für neue Möglichkeiten und Lösungen.

3.     Finde neue Möglichkeiten
Die Situation zu erkennen und anzunehmen, bedeutet nicht, dass Du Dich ihr ergeben sollst. Im Gegenteil. Es verhindert, dass Du Dich dafür selbst fertig machst und den Weg zur Veränderung blockierst.
Jetzt ist es an der Zeit weiter zu gehen und die Situation in die Hand zu nehmen.

Stelle Dir folgende Fragen:
„Was kann ich jetzt tun?“
„Welche Möglichkeiten habe ich und wer kann mir helfen?“


Es gibt immer einen Weg! IMMER! 

Auch wenn Du oder einer Deiner Lieblingsmenschen erkrankt oder gar im Sterben liegt.
Es gibt immer Möglichkeiten, sich der Situation zu stellen und damit zurecht zu kommen.
Selbst mit dem Tod!

Ich habe furchtbare Angst vor dem Tod. Nicht vor meinem, aber vor dem eines Menschen, den ich liebe. Ich musste diese Angst schon einmal ertragen und sie läuft mir an manchen Tagen noch immer ab und zu über den Weg.

Aber all diese Empfindungen wie Selbstmitleid, Zweifel oder Angst haben mich noch nie vorwärts gebracht. Sie haben nie etwas verändert – im Gegenteil!
Ich glaube an die selbsterfüllende Prophezeiung und ihr will ich mein Glück auf keinen Fall überlassen.
NO WAY!

Es geht immer weiter!
Irgendein Weg tut sich immer auf und das oft völlig anders, als Du es Dir hättest vorstellen können.
Man sollte jedoch die Augen aufhalten und dafür bereit sein. Sonst verpasst man ihn und bleibt im alten Schlamassel stecken.


Jeder von uns kann stark sein, wenn er muss. 

Und dabei möchte ich betonen, dass man natürlich auch mal schwach sein darf. Das ist in Ordnung! Du darfst heulen, schreien, schimpfen, fluchen und gegen die Tür treten. Aber irgendwann ist es gut. Dann stehst Du auf und suchst nach einem Weg, der Dich jetzt da rausführt oder der Dich dabei unterstützt und begleitet.

 

Deine Beziehungen werden Dir helfen 

Bitte um Hilfe! Verstecke Dich nicht, sondern erzähle wie es Dir geht.
Du wirst erstaunt sein, wie Vielen es ähnlich geht wie Dir.

Eines hat mich meine Erfahrung gelehrt: steinige Wege lassen sich nie gut alleine gehen.
Ab und zu muss man ein Stück getragen werden, oder zumindest die Hand von jemand anderem halten, damit man weiß, dass man nicht alleine ist.

Irgendwann wirst Du das Gefühl haben umkehren zu müssen, weil es einfach nicht mehr weiter geht.
Auf manchen Wegen würde das gehen, auf manchen jedoch nicht.
Daher rate ich auch hier, einfach immer weiter zu gehen und zu vertrauen. Glaube mir, egal was Dich erwartet, irgendwann ist der Weg überwunden und Du wirst unfassbar dankbar, glücklich und stolz sein, dass Du durchgehalten hast.

 

Hier gibt es eine wunderschöne Übung, die ich Dir ans Herz legen möchte 

Wenn Du in einer Krise steckst und gerade die Veränderung angehst, dann stell Dir vor, wie es sein wird, wenn Du da bist, wo Du hinwillst.

Stell Dir vor, Du triffst eine Freundin oder einen Freund und erzählst von Deinem Weg.
Versetze Dich in den Moment, wenn Du davon erzählst.

Kannst Du die Freude, das Glück und den Stolz fühlen, die Du empfindest?

Verankere dieses Gefühl, das fette Grinsen in Deinem Gesicht, das Kribbeln in deinem Bauch, wenn Du an diesen Moment denkst. Wenn Du davon berichtest, wie Du den Weg Deiner Veränderung gegangen bist.
Vielleicht kannst Du sogar den Wein schmecken oder das Essen riechen, das in dem Lokal serviert wird. Stelle Dir alles so intensiv und bildlich vor wie möglich.

Wann immer Du zweifelst, holst Du Dir dieses Gefühl hoch und gehst dann mutig weiter voran.

Krisen können uns ins Wanken bringen und unser Leben von einem Moment auf den anderen verändern. Aber letztendlich hast Du es in der Hand, was Du daraus machst und was Du mit Dir machen lässt.
Hier findet jeder seinen eigenen Weg. Was für mich gut war, kann bei Dir nicht funktionieren und umgekehrt.

Wichtig ist, dass wir weiter gehen, uns nicht entmutigen lassen und im Vertrauen bleiben.

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

Heute erwartet Dich eine kurze aber emotionale Folge.

Am am Wochenende habe ich einen Film gesehen, der mich sehr berührt hat.
Er hat mich daran erinnert, wie unfassbar dankbar und glücklich wir sein können, dass wir heute unser großes Mädchen in die Arme schließen, mit ihr lachen und streiten und ihre Freude an der 1. Klasse teilen dürfen. Wir mussten uns nicht verabschieden.

Auch wenn wir es mittlerweile meistens im Alltag vergessen –
Wir sind deutlich bewusster für unser gemeinsames Leben geworden und freuen uns über alles, was wir zusammen erleben dürfen.

Im nach hinein kann ich es sogar als Geschenk betrachten.
Das mag befremdlich klingen und natürlich würde ich niemandem so etwas wünschen.

Aber für mich hat sich dadurch ganz viel zeigen und verändern können.
Ich habe so viel Stärke in mir entdeckt und gelernt, was Liebe, die einen umgibt, alles bewirken kann.

 

Ich hatte letzte Woche, im Wartezimmer unseres Kinderzahnarztes, ein interessantes Erlebnis in Sachen Kommunikation.

Das ging mir ziemlich im Kopf herum, weil es mir vor Augen geführt hat, was bei Kommunikation schief laufen kann. Konflikte könnten vermieden oder einfach schneller beendet werden, wenn man sich bewusst macht, dass der „Angriff“ gar nicht mir gilt, sondern ausschließlich etwas mit der Person zu tun hat, die ihn ausführt.
Es gibt immer Gründe, warum Menschen ihren Frust bei anderen rauslassen. Dem kann ich mich aussetzen oder entscheiden, emphatisch zu sein und keine Plattform zu bieten.

In der heutigen Folge erzähle ich, wie ich diese Situation erlebt habe. Ich zeige Dir, wie ich anders hätte reagieren können, aber auch warum ich so reagiert habe wie ich es habe. Du erfährst, wie Du mit solchen Situationen umgehen und was Du für Dein eigenes Kommunikationsverhalten daraus ziehen kannst.

„Mama, was ist eigentlich böse?“
Mit dieser Frage überraschte mich meine Tochter am Abend, als wir uns beim zu Bett bringen noch ein bisschen unterhielten.

Tja, das war eine gute Frage. Was ist es denn eigentlich?
Spontan fielen mir diverse Dinge ein, die man böse nennen würde.
Tierquälerei, Umweltverschmutzung, Kindesentführung, Gewalt, Krieg, …
Das sind alles schlimme Sachen, aber liegt das Böse nicht auch immer im Auge des Betrachters?

Meine Tochter fragte dann, ob es böse ist, wenn die beste Freundin nicht mehr die beste Freundin ist. Das verneinte ich und plötzlich fiel mir eine Antwort ein, die ich ganz treffend finde:
Böse ist, wenn jemand einem Lebewesen, egal ob Mensch, Tier oder Pflanze, emotionalen oder körperlichen Schaden zufügt und dabei Freude empfindet.

Weiterlesen