„Krisen sind eine Chance!“

Das haben wir in den vergangenen Monaten sehr oft gehört.
Die Aussage stimmt, aber sie ist nicht immer leicht zu verstehen bzw. umzusetzen.

Wer in einer Krise steckt oder bestimmte Situationen als Krise betrachtet, erkennt eben genau aus diesem Grund nicht die große Chance, vor der er gerade offenbar steht.

 

Um was für eine Chance handelt es sich denn überhaupt, wenn man in einer Krise steckt?

In der Regel wird hier von der Chance zur Veränderung gesprochen.
Denn die meisten Menschen verändern erst dann etwas in ihrem Leben, wenn ein Ereignis eintritt, das sie zum Umdenken zwingt. Schicksaalschläge jeglicher Art sind hier meist der Auslöser. Sie erinnern uns an den Wert des eigenen Lebens – an das, was für jeden Einzelnen wirklich zählt.

Aber genau hier steckt auch eine große Gefahr.
Das eigene Leben zu hinterfragen, bzw. die Art und Weise, wie man es bisher geführt hat, ist gut, solange man nicht blind losrennt und im wilden Aktionismus ganz viel Porzellan zerschlägt, das sich danach nicht wieder reparieren lässt.

Das Leben, das Du bis jetzt geführt hast, ist genau das, was Du für Dich bestimmt hast.
Es ist Dein aus Deinen Entscheidungen heraus gewählter Weg.
Manchmal hast Du ihn bewusst gewählt, manchmal intuitiv. Aber auf jeden Fall warst Du es, der die Wahl getroffen hat. Es hat viele Gründe, warum Du stehst, wo Du stehst.
Und es ist gut, so wie es ist!


Nun stehst Du an einer Gabelung

Krisen sind immer Gabelungen, aber sie müssen keine komplett neue Ausrichtung bedeuten.
Es kann sein, dass Du Die Richtung Deines bisherigen Weges beibehältst. Allerdings läufst Du ein paar Meter abseits und erblickst dabei neue Dinge, nimmst den Weg anders wahr, siehst andere Farben…
Oder Du wählst den anderen Weg und schlägst eine vollkommen neue Richtung ein.

Veränderungen gibt es auf verschiedene Art und Weisen.
Die eine lässt keinen Stein auf dem anderen, eine andere wiederum verändert lediglich das Setting, die Umstände, die Denkweise und bewirkt ebenfalls enorm viel.
In jedem Fall wird es nicht mehr so sein wie zuvor.
Das ist gut so! Es soll auch so sein, denn ansonsten wäre die Krise nicht in Dein Leben getreten.

Beide Möglichkeiten der Veränderung sind gut.
Aber welche jetzt für Dich richtig ist, kann niemand außer Dir entscheiden.

Ohne Krisen würden wir kaum etwas in unserem Leben verändern. Dabei halten wir sehr viel aus, verdrängen und reden uns ein, dass alles gut ist.
Veränderungen machen Angst. Sie sorgen für Verunsicherung und das ist etwas, das unser Verstand auf jeden Fall vermeiden will. Er möchte uns beschützen – vor allen Konsequenzen die eine eventuelle Veränderung mit sich bringen würde.

Aber braucht es wirklich immer erst einen Zusammenbruch des (eigenen) Systems, bis man den Mut aufbringt etwas zu verändern?

Ich glaube ja und liefere selbst ein gutes Beispiel dafür.
Krisen sind die Initialzündung für Veränderungen, denn sie liefern uns die Rechtfertigung vor allen Konsequenzen.

Genau deshalb rufen jetzt viele Coaches und geistige Lehrer zum Mut zur Veränderung auf.
Wir brauchen solche Zeiten, um uns in Gang zu setzen. Ansonsten haben wir es uns in unserem Alltagsnest zu gemütlich gemacht.

Der Kraftaufwand ist hoch und deshalb muss meistens auch der Schmerz groß sein, um den Weg anzutreten.

Unsere persönlichen Krisen sehen alle vollkommen verschieden aus.
Was für die eine Person eine Herausforderung ist, stürzt eine andere in die Verzweiflung und umgekehrt.
Krisen können unterschiedlich stark sein und keine lässt sich von außen bewerten. Sie sind sehr persönlich und jeder geht anders damit um.

 

Krise als Motor und Geschenk?

Um eine Krise „sinnvoll“ zu nutzen und sie zum Motor und letzten Endes Geschenk werden zu lassen, gibt es einiges zu beachten.

1.     Komme zur Ruhe
Die Situation wirbelt ganz viel auf. Sie lässt Gefühle in uns hochkommen, die uns eventuell erschrecken und die uns vor allem lähmen.
Angst, Wut, Trauer, Scham sind solche Kandidaten.
Sie gehen an unsere Grundbedürfnisse und lassen uns in ein tiefes Loch fallen.
„Keine Ahnung, wie ich da wieder raus kommen soll…“

Versuche Dir dieser Gefühle bewusst zu werden.

Welches Gefühl kommt hoch?
Oder kommen mehrere Gefühle hoch?
Treten sie gleichzeitig oder hintereinander auf?
Wann treten sie auf?
Was war der Auslöser?
Welches Ereignis hat sie getriggert?

Versuche im ersten Schritt nur wahrzunehmen und Dir der Situation bewusst zu werden.
Erkenne das Gefühl an. Lass es zu und vor allem erlaube es Dir.
Denn, es gehört zu Dir!

Dass Du fühlst was Du fühlst, hat etwas mit Deinen Prägungen und Erfahrungen zu tun. Es kommt nicht, weil Du ein schwacher Mensch bist!

Dir werden ganz klar Deine Grenzen aufgezeigt, aber auch woran Du arbeiten darfst.
Eines ist klar: Aufgeben ist keine Option!

Grenzen sind dafür gemacht um etwas abzugrenzen, in Schach zu halten oder zu verbergen. Aber wann haben Menschen jemals Grenzen auf Dauer akzeptiert? Grenzen werden überwunden – sei es physisch oder mental.

Zuerst stellen wir sie fest, dann stellen wir sie in Frage und zuletzt fordern wir sie heraus und überwinden sie.


Welches Gefühl steckt also hinter Deiner Krise?


Angst:

Angst macht Angst.
Sie drückt sich oft in Stress, Nervosität oder Schlafstörungen aus und raubt uns den Atem. Angst ist die Grenze schlecht hin, denn sie baut sich wie eine Mauer vor bzw. in uns auf und verhindert jegliches Weiterkommen.

Sie steht oft in Zusammenhang mit Existenz- oder Verlustängsten.
Das Bedürfnis nach Sicherheit ist ein starkes Grundbedürfnis aller Menschen. Wir handeln instinktiv danach und alles was vermeintlich unsere Existenz bedroht macht uns Angst.
Allerdings lassen wir uns auch sehr schnell in diese vermeintliche Existenzangst drängen. Viele Menschen empfinden bereits Existenzängste, sobald im Job mal schlechte Luft herrscht. Schlechte Laune beim Vorgesetzten, ein fragwürdiger Kommentar eines Kollegen und schwups dreht das Gedankenloskarussell seine Runden.

Für alle Ängsten, die in Dir hochkommen, gilt eine simple aber wirksame Strategie: Stell Dir die Frage, ob Du sicher weißt, dass es ist, wie Du denkst, dass es ist?

 

„Gedanken sind wie Wolken. Sie kommen und gehen. Wahr werden sie erst dann, sobald Du sie glaubst.“ (Byron Katie)

 

Ist Deine Existenz wirklich bedroht, wenn Du Deinen Job verlierst?
Bist Du tatsächlich in Gefahr, wenn Du zu wenig Geld auf dem Konto hast?

Unsere Angst kann uns helfen, den Übergang zu etwas Neuem zu schaffen. Denn wenn wir etwas nicht ändern oder akzeptieren können, dann kann es nur etwas Neues geben. Hierfür braucht es Mut, sich der Angst zu stellen und sich nicht von ihr eingrenzen zu lassen. Wenn Du Angst nicht als Gefahr betrachtest, sondern eine Neugier für das Unbekannte entwickeln kannst, so wird auch Angst zu deinem Motor.

Wir Menschen schütten Dopamin, unser Glückshormon, u.a. immer dann aus, wenn uns Neues begegnet. Das kannst Du natürlich erreichen, indem Du Dir ständig neue Sachen kaufst. Du kannst aber auch etwas verändern und dadurch etwas Neues in Dein Leben holen, das Dich glücklich machen wird.

Wut:
Von der Wut handelt mein letzter Blog-Artikel, den Du Dir an dieser Stelle gerne durchlesen darfst. Daher will ich hier nicht mehr ausführlich darauf eingehen.
Wut entsteht, wenn ich etwas als falsch erachte. Daher ist unsere Wut auch immer ein wichtiger Antreiber und bringt uns ins Handeln. Sie ist wichtig, damit Du den Veränderungsprozess in Gang setzt.

Trauer:
Trauer wird ungern zugelassen und daher oft verdrängt. Sie ist in unserer Gesellschaft nicht besonders anerkannt und wird dadurch oft mit Mitleid oder Verharmlosung kommentiert.
Tatsächlich ist Trauer jedoch eine wichtige Kraft, die uns hilft loszulassen. Mit ihr akzeptieren wir was ist, auch wenn wir den Wunsch haben, dass es anders ist.
Trauer hilft uns Frieden zu schließen. Sie öffnet unser Herz und bringt uns in Kontakt mit unseren Bedürfnissen und Sehnsüchten – mit uns selbst.

Scham:
Scham ist wohl jedem von uns gut bekannt und eng verbunden mit dem Gedanken: „Ich bin falsch.“
Dieses Gefühl betrifft immer nur uns selbst. Hier bewerten wir nichts das von außen kommt, sondern reflektieren das eigene Selbst.
Bei Scham geht es um Reflektion und Innenschau. Wir hinterfragen uns und unser Tun, was für sich betrachtet doch gar nicht so verkehrt ist. Aber auch hier ist es ein Akt des „sich Erlaubens“.
Sich selbst zu betrachten, zu reflektieren und dadurch kennenzulernen bedeutet Überwindung, kann jedoch auch sehr befreiend sein.
Durch dieses Schamgefühl erkennen wir unsere Grenzen, Fehler und Schwächen und können darauf basierend eine gesunde Selbstliebe entwickeln.

 

Im 2. Teil von „Gefühle der Krise“ erfährst Du Schritt zwei und drei, wie Du Deiner Krise begegnen und sie zu einem Motor für eine Veränderung in Deinem Leben machst.

 

Fortsetzung von „Gefühle der Krise – Teil 1“ 

 

2.     Erkenne und lass los
Wenn Du Dir die Ruhe und Zeit genommen hast, wahrzunehmen welche Gefühle hochkommen, kannst Du erkennen was dahintersteckt bzw. was der Auslöser ist.
Versuche alle Bewertungen rauszunehmen und einfach nur zu akzeptieren.

Mit der Situation zu hadern und Dich für Deine Empfindungen fertig zu machen, wird Dich keinen Schritt weiterbringen.
Es ist ein Akt der Selbstliebe, anzuerkennen was ist und es dann liebevoll wieder zu verabschieden.

Erst wenn Du loslässt, machst Du den Weg frei für neue Möglichkeiten und Lösungen.

3.     Finde neue Möglichkeiten
Die Situation zu erkennen und anzunehmen, bedeutet nicht, dass Du Dich ihr ergeben sollst. Im Gegenteil. Es verhindert, dass Du Dich dafür selbst fertig machst und den Weg zur Veränderung blockierst.
Jetzt ist es an der Zeit weiter zu gehen und die Situation in die Hand zu nehmen.

Stelle Dir folgende Fragen:
„Was kann ich jetzt tun?“
„Welche Möglichkeiten habe ich und wer kann mir helfen?“


Es gibt immer einen Weg! IMMER! 

Auch wenn Du oder einer Deiner Lieblingsmenschen erkrankt oder gar im Sterben liegt.
Es gibt immer Möglichkeiten, sich der Situation zu stellen und damit zurecht zu kommen.
Selbst mit dem Tod!

Ich habe furchtbare Angst vor dem Tod. Nicht vor meinem, aber vor dem eines Menschen, den ich liebe. Ich musste diese Angst schon einmal ertragen und sie läuft mir an manchen Tagen noch immer ab und zu über den Weg.

Aber all diese Empfindungen wie Selbstmitleid, Zweifel oder Angst haben mich noch nie vorwärts gebracht. Sie haben nie etwas verändert – im Gegenteil!
Ich glaube an die selbsterfüllende Prophezeiung und ihr will ich mein Glück auf keinen Fall überlassen.
NO WAY!

Es geht immer weiter!
Irgendein Weg tut sich immer auf und das oft völlig anders, als Du es Dir hättest vorstellen können.
Man sollte jedoch die Augen aufhalten und dafür bereit sein. Sonst verpasst man ihn und bleibt im alten Schlamassel stecken.


Jeder von uns kann stark sein, wenn er muss. 

Und dabei möchte ich betonen, dass man natürlich auch mal schwach sein darf. Das ist in Ordnung! Du darfst heulen, schreien, schimpfen, fluchen und gegen die Tür treten. Aber irgendwann ist es gut. Dann stehst Du auf und suchst nach einem Weg, der Dich jetzt da rausführt oder der Dich dabei unterstützt und begleitet.

 

Deine Beziehungen werden Dir helfen 

Bitte um Hilfe! Verstecke Dich nicht, sondern erzähle wie es Dir geht.
Du wirst erstaunt sein, wie Vielen es ähnlich geht wie Dir.

Eines hat mich meine Erfahrung gelehrt: steinige Wege lassen sich nie gut alleine gehen.
Ab und zu muss man ein Stück getragen werden, oder zumindest die Hand von jemand anderem halten, damit man weiß, dass man nicht alleine ist.

Irgendwann wirst Du das Gefühl haben umkehren zu müssen, weil es einfach nicht mehr weiter geht.
Auf manchen Wegen würde das gehen, auf manchen jedoch nicht.
Daher rate ich auch hier, einfach immer weiter zu gehen und zu vertrauen. Glaube mir, egal was Dich erwartet, irgendwann ist der Weg überwunden und Du wirst unfassbar dankbar, glücklich und stolz sein, dass Du durchgehalten hast.

 

Hier gibt es eine wunderschöne Übung, die ich Dir ans Herz legen möchte 

Wenn Du in einer Krise steckst und gerade die Veränderung angehst, dann stell Dir vor, wie es sein wird, wenn Du da bist, wo Du hinwillst.

Stell Dir vor, Du triffst eine Freundin oder einen Freund und erzählst von Deinem Weg.
Versetze Dich in den Moment, wenn Du davon erzählst.

Kannst Du die Freude, das Glück und den Stolz fühlen, die Du empfindest?

Verankere dieses Gefühl, das fette Grinsen in Deinem Gesicht, das Kribbeln in deinem Bauch, wenn Du an diesen Moment denkst. Wenn Du davon berichtest, wie Du den Weg Deiner Veränderung gegangen bist.
Vielleicht kannst Du sogar den Wein schmecken oder das Essen riechen, das in dem Lokal serviert wird. Stelle Dir alles so intensiv und bildlich vor wie möglich.

Wann immer Du zweifelst, holst Du Dir dieses Gefühl hoch und gehst dann mutig weiter voran.

Krisen können uns ins Wanken bringen und unser Leben von einem Moment auf den anderen verändern. Aber letztendlich hast Du es in der Hand, was Du daraus machst und was Du mit Dir machen lässt.
Hier findet jeder seinen eigenen Weg. Was für mich gut war, kann bei Dir nicht funktionieren und umgekehrt.

Wichtig ist, dass wir weiter gehen, uns nicht entmutigen lassen und im Vertrauen bleiben.

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

Mein letzter Blogartikel ist eine Weile her.
Wenn ich ehrlich bin, lag das unter anderem daran, dass ich einfach nicht wusste, was ich schreiben soll.

Corona beherrscht unseren Alltag und ist omni präsent in den Medien.
Es gibt nichts, was noch nicht gesagt wurde und wer braucht nun eigentlich noch schlaue Ratschläge?
Jeder Ansatz, den ich hatte, kam mir irgendwie banal und ausgelutscht vor.

Dennoch habe ich das Gefühl, dass die Menschen Hilfe brauchen.
Hilfe, die nicht nur finanzieller Natur ist.

Eine Atmosphäre der Distanz

Ich habe gemerkt, dass mich die Atmosphäre der Distanz belastet. Das hatte ich nicht geglaubt, bis ich wieder zurück in der Stadt war.
Hier ist Corona bzw. seine sozialen Konsequenzen deutlich spürbarer, als bei meinen Eltern in der Vorstadtsiedlung.

Was macht es mit Dir?

Wie meisterst Du Deinen Alltag?
Was mir in der letzten Zeit häufiger begegnet sind, waren drei Dinge.
1.     Verdrängung
2.     Angst und Wut
3.     Gefühl von Machtlosigkeit

Wir sind Meister im Verdrängen. Selten werden ungute Gefühle oder gar Schmerzen bewusst wahrgenommen und beachtet. Stattdessen setzen wir uns vor den Fernseher, arbeiten (zu) viel oder betäuben uns mit Alkohol oder gar anderen Substanzen.

Diese Vorgehensweisen helfen für kurze Zeit.
Sie bekämpfen das Symptom, lösen jedoch weder die Ursache noch beheben sie seine Auswirkungen.

Immer wieder sucht sich das Thema einen Weg nach oben.
In der Einsamkeit oder der Überbelastung werden wir nun damit konfrontiert und hier zeigt es sich, ob wir in der Lage sind damit umzugehen, oder an unsere Grenzen kommen.

Auch wenn wir durch Job und Familie eingespannt sind und wenig Zeit für uns selbst haben.
Es sollte sich immer eine Gelegenheit finden, zur Ruhe zu kommen und zuzulassen, was in Dir hochkommt.

Welche Gedanken kommen und belasten Dich?
Welche Gefühle entstehen und wie geht es Dir damit?

Versuche bewusst in diese Fragen zu gehen und hinzusehen.
Was brauchst Du jetzt wirklich?
Was hast Du bisher dagegen getan und hat es Dir geholfen?
Wer oder was kann Dir jetzt (besser) helfen?

Bitte höre auch genau hin: Ist das, was Du Dir selbst sagst, wirklich wahr?
Lässt Du Dich von außen, durch Medien, Social Media & Co. so beeinflussen, dass Du Dir und Deinen Gefühlen nicht mehr vertraust?

Ich verstehe, dass jeder Mensch anders mit der Situation umgeht.
Wir alle haben unterschiedliche Lebensumstände und Erfahrungen gemacht, die uns entsprechend beeinflussen.
Besonders Angst ist ein Gefühl, das es nicht zu bewerten gilt.

Angst führt zu Wut

Angst ist oft nicht zu erklären.
Sie ist einfach da, ist aber auch ein schlechter Ratgeber.
Denn Angst lähmt und blockiert. Sie verhindert, dass wir unser Denken hinterfragen und lässt uns oft irrationale Dinge tun.

Angst aber auch Hilf- und Machtlosigkeit, führt uns zur Wut.
Ich möchte Dir heute Mut zur Wut geben.

Wut ist an sich nichts Schlechtes. Sie ist ein wichtiger Motor, denn ohne Wut kommt es kaum zu Veränderungen.
Wut ist Handlungskraft Nummer 1. Wir bekommen einen Schub Adrenalin und setzen eine große Portion Energie frei, die uns in Aktion treten lässt.

Wut entsteht, wenn wir etwas für falsch erachten. Wir interpretieren eine Situation, zu der wir eine klare Position haben. Diese Position ist rein subjektiv, da Menschen unterschiedliche Wahrnehmungen zur selben Sachen haben können.

Du kannst Deine Wutkraft dafür einsetzen, für Deine Sache einzustehen, sie anzupacken und zu verändern.

Wut ist gesellschaftlich nicht besonders anerkannt.

Ich merke oft, wie ich mich für meine Wut schäme und sie versuche zu unterdrücken.
„Das gibt kein gutes Bild von mir.“
Besonders Frauen sollten auf keinen Fall wütend sein. Sind wir es dann doch, werden wir schnell als unbeherrscht oder hysterisch abgestempelt.

Aber sind wir nicht deutlich authentischer, wenn wir uns auch einmal wütend zeigen?
Dürfen unsere Kinder nicht auch sehen (und dadurch lernen), dass Wut als Gefühl dazugehört, anstatt sie immer zu unterdrücken und als falsch zu titulieren?

Wut darf nicht in Aggression und Gewalt münden, soviel ist klar!
Wenn wir zu viel Wut entwickeln kann sie explodieren und das endet, je nach persönlicher Prägung, eigenem Erleben oder aktuellen Umständen, nicht immer gut.
Ähnlich wie bei den Wutanfällen eines Kleinkindes, kann es zur Überreaktion kommen, wenn Menschen keinen Ausweg kennen, sich der Situation hilflos ausgesetzt fühlen und keinen Einfluss nehmen können.

Wenn wir jedoch „normal“ wütend werden, dann ist es unsere Wutkraft, die dafür sorgt, dass wir Position beziehen, Entscheidungen treffen, Klarheit haben und Grenzen setzen.

Gib Dir selbst Anerkennung

In den letzten Wochen sind mir mehrere Frauen begegnet, die keine Kraft mehr haben, sich hilflos fühlen und mittlerweile mehr Wut als Verständnis empfinden.
Das ist nachvollziehbar und bei der Mehrbelastung auch einfach normal.
Du darfst wütend sein und du darfst Deine Wut auch zeigen und aussprechen!

Diese Energie muss raus. Wenn Du sie versuchst zu verdrängen, wird sie dafür sorgen, dass es Dir bald nicht mehr gut geht.

Spür mal rein, wo diese Wut sitzt.
Wo kannst Du sie in Deinem Körper fühlen und wo verlagert sich dieses Gefühl hin, wenn Du es unterdrückst?
Wenn Du es dort lässt, was macht es dann mit Dir?
Wie gehst Du mit Dir und Deinem Umfeld um?
Wie würde es sich jedoch anfühlen, wenn Du Deiner Wut Luft verschaffen würdest?

Was brauchst Du?
Was fehlt Dir?
Wer kann Dir jetzt helfen?
Was tut Dir jetzt gut?

Was viele unterschätzen ist die Kraft der Fragen.
Wenn Du Dir einen kurzen Moment der Ruhe gönnst und Dir diese Fragen stellst, dann wirst Du auch Antworten finden.
Lass sie einfach in Dir aufsteigen. Es ist alles gut, was kommt!
Hier gibt es kein richtig oder falsch!

Vielen Frauen fehlt zurzeit Entlastung und Entspannung, aber auch die Anerkennung.
Wer auf Anerkennung von anderen wartet, kann leider meist lange warten.

Warum gibst du sie Dir daher nicht einfach selbst?

Ich bin sehr sicher, dass es jeden Tag, zig Momente gibt, in denen Du Dich anerkennen kannst.
Mein Vorschlag, den ich an der Stelle immer gebe, ist der Abendspaziergang.

Sofern möglich, schaff Dir am Abend Zeit für Dich und gehe alleine, ohne Ablenkung auf einen Spaziergang. Nun kannst Du in Ruhe den Tag durchgehen und die vielen Momente wahrnehmen, für die Du Dich anerkennen kannst.
Wenn das einmal nicht möglich ist, dann geht das natürlich auch bei einem gemütlichen Glas Wein oder einer Tasse Tee. ;-)

Ich habe mich vor kurzem einmal nicht alleine auf den Weg gemacht, sondern zu einem Abendspaziergang mit einer Freundin verabredet.
Das hat sehr gutgetan und auch dabei, kann man mal ordentlich Luft ablassen… :-)
Es grüßt Dich,

Deine Susanne
P.S. Ich habe vor längerer Zeit schon einmal einen Artikel zum Thema Wut geschrieben.
Vielleicht interessiert es Dich ebenfalls ihn zu lesen. https://susanne-johannsen.de/warum-macht-ihr-mich-so-wuetend/

Heute erwartet Dich eine kurze aber emotionale Folge.

Am am Wochenende habe ich einen Film gesehen, der mich sehr berührt hat.
Er hat mich daran erinnert, wie unfassbar dankbar und glücklich wir sein können, dass wir heute unser großes Mädchen in die Arme schließen, mit ihr lachen und streiten und ihre Freude an der 1. Klasse teilen dürfen. Wir mussten uns nicht verabschieden.

Auch wenn wir es mittlerweile meistens im Alltag vergessen –
Wir sind deutlich bewusster für unser gemeinsames Leben geworden und freuen uns über alles, was wir zusammen erleben dürfen.

Im nach hinein kann ich es sogar als Geschenk betrachten.
Das mag befremdlich klingen und natürlich würde ich niemandem so etwas wünschen.

Aber für mich hat sich dadurch ganz viel zeigen und verändern können.
Ich habe so viel Stärke in mir entdeckt und gelernt, was Liebe, die einen umgibt, alles bewirken kann.

Ich habe gerade knappe vier Wochen Auszeit hinter mir.
Diese war dringend notwendig, denn es kam nichts mehr aus mir heraus.

Nach der Klarheit, meine Ausrichtung zu ändern, kam zuerst der Aktionismus, dann der Zweifel und dann das Loch. Irgendwann war klar: Susanne, Du brauchst eine Pause!

Zunächst fiel es mir schwer, diese Tatsache einzugestehen und sie mir zu erlauben.
Aber es hat den ein oder anderen Knoten gelöst und mir wieder einmal vor Augen geführt:

Veränderungen sind gut, aber sie brauchen ihre Zeit.

 

Kennst Du das, dass Du von einer Sache überzeugt bist?
Sie liegt klar vor Dir und ist rational absolut sinnvoll. Trotzdem spürst Du eine Sperre in Dir.
Etwas, das nicht erlaubt, dass das Neue sich entfalten darf.

Veränderungen entstehen tatsächlich meistens aus dem Herzen heraus und nicht aus dem Gehirn.
Denn Dein Kopf will Dich eigentlich vor Veränderungen schützen.
Sie sind unbequem und unsicher.
Du musst Altes loslassen und Dich auf etwas Unbekanntes, evtl. Unsicheres einlassen. Das kostet Dich Energie und einen Energieverlust kann Dein Kopf nur sehr schwer zulassen.

So wird abgewogen – hin und her: Soll ich, darf ich, kann ich?

 

Ich überwinde solche Situationen dann oft mit ablenken oder mit blindem Aktionismus. Beides ist nicht besonders sinnvoll und wenig zielführend.

Aber genau in solchen Momenten beginnt man dann plötzlich über vegane Ernährungsumstellung zu recherchieren oder sieht sich irgendwelche sinnlosen YouTube Videos an, in denen uns kleine Kinder Gänsehautmomente ersingen…

Man findet tausend Ausreden, weshalb es jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt ist und weshalb man jetzt noch nicht starten kann.

Alles fadenscheinig!

Wenn das Herz sagt, es ist Zeit für eine Veränderung, wenn Du es ganz tief in Dir spürst, dann ist es auch richtig.

Aber es ist ein Prozess!

Und dieser muss nicht von heute auf morgen stattfinden und Du darfst Dir dafür auch Zeit nehmen. Das ist in Ordnung!

Glaube mir, es war für mich eine große Herausforderung das zu akzeptieren.
Ideen zu Veränderungen dürfen reifen und wachsen. Sie dürfen sich auch wieder verändern und langsam entwickeln.

 

Nachdem mir vor ein paar Wochen mehrere Zaunpfähle vom Universum vor die Füße geworfen wurden, hatte ich entschieden zurückzutreten und erst einmal Raum zu schaffen.

Ich war so voll und fühlte mich gleichzeitig total leer.

Es wollte sich kein vernünftiger Satz mehr bilden lassen und alles kam mir banal und uninteressant vor. Deshalb war die kleine Auszeit das einzig Richtige.
Kein Newsletter, kein Podcast, kein, oder sagen wir mal so gut wie kein, Social Media!

 

Eine Entscheidung zu treffen, die irgendeine Art von Veränderung bedeutet, ob nun groß oder klein, ist selten leicht.
Aber sie sorgt gleichzeitig auch für ein Hochgefühl. Sie führt zu etwas Neuem und Neues verhindert Stillstand und Ausruhen.

Es bedeutet Wachstum, Fortschritt, Spannung und neugierig sein.

 

Ich möchte Dich ermutigen immer wieder bewusst eine Veränderung einzugehen.
Das muss nicht gleich ein Orts- oder Jobwechsel sein.
Stillstand ist ja eigentlich, auf die Dauer, auch langweilig.

 

Egal in welcher Lebenssituation Du Dich gerade befindest – es ist interessant, dass wir oft, und zunächst unbemerkt, von außen auf eine Veränderung gestoßen werden:

  • eine (plötzliche) Schwangerschaft
  • eine unerwartete Kündigung
  • ein Jobangebot
  • eine überraschende Immobilienanzeige
  • eine neue Bekanntschaft
  • eine Krankheit
  • ein Todesfall
  • ein Text in einem Buch oder einer Zeitung

 

Schau einmal ganz genau hin und lass Revue passieren, durch welche Umstände oder auf welchen Weg sich plötzlich Veränderungen in Deinem Leben ergeben haben, die im Nachhinein einen Sinn ergeben.

Es mag sein, dass sich manche Veränderungen in keinem schönen Gewand präsentieren. Oft sind diese Zaunpfähle mit rostigen Nägeln und Holzsplittern versehen. Sie tun weh und sind sehr unangenehm. Aber irgendwann, wenn Du sie annimmst und die Chance erkennst, die sich dahinter verbirgt, wird sich etwas Gutes einstellen.

An dieser Stelle kommen wir wieder zum Vertrauen. Vertrauen in das Leben.

 

Mir hat das Leben in den letzten Jahren einige Knüppel vor die Füße geworfen und glaube mir, ich habe oft damit gehadert und mich gefragt, was das eigentlich soll.

Aber tatsächlich hat sich mein Vertrauen und er Glaube an das Gute immer bewährt und ausgezahlt.

Immer wieder habe ich bewusst wie unbewusst neue Dinge ausprobiert, bin Wege gegangen, die ich vorher nicht beschritten hätte und Impulsen gefolgt, die von außen evtl. seltsam aussahen. Aber nichts davon war falsch oder umsonst.

Alles hat irgendwann einen Sinn ergeben und mich wieder auf etwas Neues gestoßen, das mich weitergebracht hat.

 

Ich habe mir fest vorgenommen noch mehr ins Vertrauen zu gehen.
Ich werde viel mehr meinem Herzen und Bauchgefühl folgen, denn sie haben mich noch nie enttäuscht.

Mein Kopf redet mir dagegen oft ein, dass ich nicht genug bin.
Dass ich Dinge besser oder anders machen sollte.
Er verursacht, dass ich mich vergleiche und mir Unzulänglichkeiten einrede.

Würde ich aber genau hinsehen und bewusst wahrnehmen, was mir mein Verstand da gerade einreden will. Dann würde ich erkennen, dass es meistens nur Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen sind, die mich vor sämtlichen Konsequenzen schützen sollen.

 

Das Zusammenspiel von Herz und Verstand ist richtig.
Es ist gut, die Warnungen aus dem Kopf wahrzunehmen und bewusst zu analysieren.
Was genau will mir das vermittelte Gefühl sagen? Was muss ich beachten? Wo gilt es hinzusehen?

Kopflos wie herzlos – beides ist gleichsam verkehrt.

Aber bisher vertrauen die Meisten von uns mehr dem Kopf.
Dieser verhindert jedoch sehr viel – vor allem unser volles Potential zu nutzen.

 

Scheitern ist nicht schlimm!
Du scheiterst nicht, wenn Du etwas veränderst und etwas Neues wagst.

Es scheitern nur diejenigen, die aufgeben!

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

 

HIER kannst Du mehr über mich erfahren.
Wenn Du Dich gerade in einer persönlichen Phase der Veränderung befindest und Dir dabei Unterstützung wünscht, dann melde Dich gerne per E-Mail bei mir oder melde Dich direkt zu einem kostenlosen und unverbindlichen Kennlerngespräch an. Ich freue mich auf Dich!

 

…dann hätte ich die letzten Tage eher nach Salz und Tequila gefragt, anstatt Limonade daraus zu machen.

 

Oft kommt Vieles zusammen, was einen zwingt genauer hinzusehen und auch einfach mal innezuhalten.

Dann muss man manchmal still werden, um wieder laut werden zu können.

Kennst Du diesen Zustand, in dem Du das Gefühl hast, es steht etwas Großes bevor, aber Du kannst es nicht greifen? Du hast die Idee, Du hast die Vorstellung im Kopf, aber Du bist wie gelähmt in die Umsetzung zu gehen.

Mir ging es gerade so und ich möchte Dir gerne davon erzählen, weil es viel mit loslassen, erlauben und Selbstreflektion zu tun hat.

Weiterlesen

 

Ich habe mich entschieden, mein Business zu verändern.

Es ist Zeit das bisherige loszulassen und ein paar Veränderungen vorzunehmen.
Die Mütter liegen mir weiterhin am Herzen und die Themen Persönlichkeitsentwicklung, Leichtigkeit und Herausforderungen stemmen, werden weiterhin Inhalte meiner Arbeit sein.

Jedoch werde ich meine Arbeit nicht mehr „nur“ auf Mütter ausrichten. Meine Vision ist es Frauen stärker zu machen, woraus sich für mich folgende Schwerpunktthemen herauskristallisiert haben:
– Verhandeln für die eigenen Belange (Beruf und Privat),
– Selbstwert und
– weibliche Führung (Werte/ Vorbildfunktion).

Viele Frauen sind schlechte Verhandler wenn es um die eigenen Ziele, Bedürfnisse und Wünsche geht. Ob Gehaltsverhandlung, Arbeitsmodell oder zu Hause am Küchentisch.

Ich werde Dich darin unterstützen, Deine jeweiligen Ziele zu erreichen.

Damit einher geht das Thema Selbstwert.
Nur wenn Du Deinen Wert erkennst und anerkennst, Du Dir Deiner selbst bewusst bist, kannst Du für Deine Belange einstehen.

Führen als Frau ist ein wichtiges Thema.
Wie möchtest Du führen?
Wie kannst Du Vorbild für andere Frauen sein, die höhere Positionen beziehen wollen und welche Werte möchtest Du vermitteln?
Was hat sich evtl. verändert, nachdem Du eine Elternzeit-Pause eingelegt hast?

Ich bin sehr gespannt und freue mich sehr darauf, diese neuen Schwerpunkte zu erarbeiten und viele Frauen damit beruflich und privat in ihre Kraft zu bringen.

 

So oft reden wir vom zurückstecken, der Teilzeitfalle und den schwierigen Bedingungen im Job, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Aber wie wäre es, wenn wir einmal nicht die Schuld bei den anderen suchen, sondern uns an die eigene Nase fassen. Wie denkst Du über Deine Situation?
Wenn Du selbst der Meinung bist, dass Du zurücksteckst, dass Du benachteiligt bist und dass es unfair ist, wie wenig Rücksicht auf Dich genommen wird, dann kannst Du auch nicht erwarten, dass Kollegen & Co. anders denken.
Die Veränderung steckt in Dir!
Wenn Du davon überzeugt bist, dass es ein großes Geschenk ist, Mutter geworden zu sein, trotz aller Herausforderungen, dann transportierst Du das auch nach außen. Es muss viel selbstverständlicher werden und wir sollten uns nicht mehr rechtfertigen müssen, wenn wir Familie und Beruf vereinbar haben wollen. Dafür müssen wir jedoch selbst in den Ring steigen und deutlich kommunizieren, was wir denken und benötigen um weiterhin einen guten Job machen zu können.