Diesen Artikel kannst Du Dir auch gerne anhören.
Außerdem findest Du ihn und andere Folgen in meinem neuen Podcast „Erkenne die Heldin in Dir“ auf  iTunes oder bei Spotify.

Vergangenen Sonntag hatte ich einen wunderschönen Workshop zum Thema Stress im Mutteralltag. Wir waren eine kleine aber feine Runde in der Vertrauen und Offenheit herrschten. Eine Mama berichtete, dass sie das Gefühl hat, keiner Seite gerecht zu werden. Egal an welche Stelle sie blickt, überall kommt sie nicht zurecht bzw. ist sie unzufrieden.
Im Job hat sie das Gefühl, dass ihr die Kollegen, seitdem sie Mutter ist, keine verantwortungsvollen Aufgaben mehr übertragen. Sie ist ja „nur“ noch 30 Stunden im Büro. Außerdem fehlt ihr zum Teil das Verständnis ihrer Kollegen und Vorgesetzten für ihre Situation und sie hat das Gefühl sich ständig rechtfertigen zu müssen.

Nach dem Büro hetzt sie zum Kindergarten, holt ihren Junior ab, fährt nach Hause oder vielleicht noch kurz zum Einkaufen. Danach Abendessen und ab ins Bett mit dem Kind.
„Wo bleibt hier bitte die Zeit mit meinem Kind?“ „Klar hat er Spaß im Kindergarten, aber sollte er nicht auch ein bisschen Zeit mit seiner Mama verbringen?“

Nachdem das Kind im Bett ist, wartet eigentlich noch ein Berg Wäsche auf sie und den Staubwedel hat auch schon lange kein Möbelstück mehr gesehen. Ach ja, einen Mann hat sie auch noch, der sich vielleicht freut, wenn man ein paar Worte (oder am Ende sogar die Wäsche) mit ihm wechselt…

Und dann wäre da noch eine Klitzekleinigkeit: SIE!
An welcher Stelle kommt eigentlich sie?

Es ist kein Wunder, dass sie sich fragt, wo eigentlich ihr Leben geblieben ist?
Ein „To Do“ jagt das Nächste, sie ist total platt und hat das Gefühl nichts wirklich gut zu machen. Mittlerweile bemerkt sie, wie sich eine Müdigkeit bei ihr einschleicht, die sie kaum noch die Arme heben lässt.

An dieser Stelle hat diese Mama erst einmal eine fette Anerkennung dafür erhalten, dass sie so offen darüber erzählt und dass sie trotz ihrer knappen Zeit zum Workshop erschienen ist.
Es gab die Anerkennung aber vor allem dafür, dass sie Verantwortung für sich übernommen hat und sich nicht diesem Zustand hingibt, sondern etwas für sich tut!

Das ist nämlich ein ganz großes Problem.
Viele Mamas erlauben sich nichts für sich selbst zu tun. Etwas, das ihnen guttun würde.
Sie hetzten lieber von einem Termin zum nächsten, Hauptsache das Kind ist jeden Tag ausreichend beschäftigt, und vergessen dabei, dass ihre Energie komplett in den Keller rauscht, obwohl sie das Wichtigste ist, was sie haben.
Es fehlt sogar die Zeit sich Gedanken zu machen, weshalb man keine Zeit hat bzw. wie man sich besser organisieren könnte.

Liebe Mama. Du bist so wichtig!
Aus welchem Grund nimmst Du Dich selbst jedoch nicht so wichtig?

Nur wenn es Dir gut geht, geht es auch Deinen Kindern und Deiner Familie gut!
Wem kannst Du noch von Nutzen sein, wenn Du krank und völlig am Ende im Bett liegst und nicht mehr die Füße hochbekommst? Niemandem!
Dann ist nämlich genau das eingetreten, was Du vorher durch Dein Verhalten vermeiden wolltet. Dass Du keiner Seite mehr gerecht wirst, weil Du ausfällst.

Bevor Du daher die unterschiedlichen Seiten betrachtest, solltest Du Deinen Blick zunächst auf die Wichtigste darunter richten – auf DICH!

Was sind Deine Bedürfnisse?
Was ist für Dich wichtig?
Wie soll Dein Familienleben aussehen, damit es Dir dabei gut geht?
Wie soll Dein Arbeitsleben aussehen, damit es Dir dabei gut geht?
Wie soll Deine Beziehung sein, damit es Dir dabei gut geht?

Und frage Dich dabei bitte auch, wie all diese Punkte nicht sein sollen!

Erst wenn Du Dir darüber im Klaren bist, kannst Du anfangen bewusst die Bereiche in Deinem Leben zu gestalten.
Du wirst nicht alles ändern können, aber glaube mir, es gibt immer und an jeder Stelle Möglichkeiten, auf die Du Einfluss nehmen kannst!

An erster Stelle steht zunächst die Akzeptanz, dass manche Dinge so sind, wie sie sind.
Du musst sie jedoch dafür nicht gut finden!
Denn nach der Akzeptanz haderst Du nicht mit der Situation, wodurch Du nur Energie und Kraft verlierst, sondern richtest Deinen Fokus auf die Möglichkeiten, die Du jetzt hast.

Worauf kannst Du dennoch Einfluss nehmen?
Welche Handlungsmöglichkeiten hast Du?
Mit wem musst Du sprechen?
Wem musst Du erklären, wie es Dir geht, damit man gemeinsam einen Weg der Änderung besprechen kann?

Denn das ist auch ein tolles Phänomen. Vieles von unseren Sorgen und Ängsten spielt sich lediglich in unserem Kopf ab. Da spinnen wir uns die wildesten Szenarien durch und wissen aber eigentlich gar nicht, ob die überhaupt wahr sind?
Denken die Kollegen wirklich so über Dich?
Ist Dein Chef wirklich so ein Idiot oder kommt er gar nicht auf die Idee, dass Du so empfinden könntest?

Kann es eventuell Dein eigener Anspruch sein, den Du in Deinen Augen nicht erfüllst und diese Meinung auf Deine Kollegen projizierst?

Meist ist es nämlich tatsächlich so, dass die anderen gar nicht der Meinung sind, die wir uns in unserem Kopf ausgemalt haben. Selbst wenn sie doch Deine Befürchtungen bestätigen sollten, so kannst Du dann wenigsten reagieren und entsprechend etwas verändern.

Wir fallen ganz häufig auf die Trugbilder herein, die unser Gehirn uns vorgaukelt, damit wir ja nicht aus unserer Komfortzone treten.
Aber mach einmal den Versuch und geh alle Bereiche einzeln durch – an welcher Stelle kannst Du Einfluss nehmen und etwas verändern? Wer kann Dir helfen? Was braucht es, damit es Dir besser geht?

Für den Anfang müssen es auch keine großen Veränderungen sein. Du wirst sehen, sobald Du anfängst in den einzelnen Bereichen für Ordnung und Klarheit zu sorgen, verändern sich die Dinge, werden leichter und regeln sich fast von selbst. Entscheidend ist, dass Du den ersten Schritt machst.
Wenn Du merkst, dass es funktioniert und Du tatsächlich Einfluss nehmen kannst und Dich nicht der Situation ohnmächtig gegenüberstehen siehst, wirst Du Dich gestärkt und nicht mehr fremd bestimmt fühlen.

Ein wesentlicher Aspekt fehlt jedoch noch: bevor Du Dir vorwirfst, was Du alles nicht schaffst und wem oder was Du nicht gerecht wirst – würdest Du bitte einmal Deinen Fokus ändern und den Blick darauf richten, was Du alles schaffst und leistest!

Die Dinge, die Du nicht erledigt hast, kannst Du am Ende des Tages eh nicht mehr ändern oder beeinflussen.

Deine Gefühlslage schon! Sie liegt ganz allein in Deiner Hand!

Wenn Du am Abend anerkennst, was Du geschafft hast und vor dem Schlafen vielleicht sogar noch ein paar Gedanken der Dankbarkeit für etwas oder jemanden hinbekommst, dann wird sich Dein Bild über Dich und Deine Situation ganz sicher verbessern.

Ein letzter Ratschlag zum Schluss: Unterschätze nie die Kraft, die Dir eine andere Person schenken kann, einfach nur dadurch, dass sie da ist und zuhört.
Meist braucht es tatsächlich nicht mehr, um eine Antwort zu finden.

Erlaube Dir für Dich zu sorgen!
Du bist Mama und keine Maschine.

 

Denke daran:
Jede Mutter ist eine Heldin – auch Du!

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

Diesen Artikel kannst Du Dir auch gerne anhören.
Außerdem findest Du ihn und andere Folgen in meinem neuen Podcast: Erkenne die Heldin in Dir – Dein Podcast für mehr Leichtigkeit im Mutteralltag auf iTunes oder Spotify.

 

Ich bin nun wirklich keine große Frau und mache mich von Haus aus deshalb schon immer groß. Schultern zurück, Brust raus, gerader Rücken und nicht zu vergessen „Hacken“ an die Füße. Früher waren die zumindest mindestens 5 cm hoch. Aber kennst Du dieses Gefühl, wenn man plötzlich ganz klein wird? Wenn man merkt, dass man nicht mehr in seiner vollen Größe ist, sondern irgendwo gefühlt unter dem Teppich Platz findet.

Das hat jedoch nichts mehr mit der körperlichen Größe zu tun. Ich kenne 1,80m große Frauen, die sich ganz klein fühlen können, wenn sie in eine bestimmte Situation geraten, in der sie sich unwohl fühlen und sich nicht in ihrer vollen Größe zeigen trauen.

Aber gerade in solchen Situationen wäre es ja eigentlich besonders geschickt, wenn man seine ganze Größe zeigt.

An Männern können wir uns da oft ein Beispiel nehmen. Egal, wie wenig Ahnung sie von etwas haben. Sie können es prima überspielen und man bekommt den Eindruck der Kompetenz in Person gegenüberzustehen.

 

Dieser Prozess findet einzig und allein in unserem Kopf statt.

Nicht die andere Person, mit ihrem Aussehen, ihrem Verhalten, ihrer Intelligenz oder sonst einem Aspekt, der uns einschüchtert, ist dafür verantwortlich, dass wir uns klein fühlen.

Dafür können nur wir selbst uns die Schuld geben. Meist interpretieren wir etwas in die andere Person hinein und aus uns etwas hinaus. Irgendein Punkt an ihr weckt einen Trigger in uns und der löst diese Gefühle aus.

Es sind Gefühle von Selbstzweifel, Schuld, Scham, Neid und Unsicherheit.
Sie stehen eng in Verbindung mit einer Erinnerung aus unserer Vergangenheit, in der wir eines dieser Gefühle verspürt haben.
Oft ist es auch ein Gefühl von „nicht gut genug sein“.

Dieses Gefühl kennst Du bestimmt auch, denn in irgendeinem Punkt fühlt sich fast jeder nicht gut genug. Nicht schön genug, nicht dünn genug, nicht intelligent genug, nicht Mutter genug, nicht geduldig genug, nicht informiert genug, nicht ausgebildet genug, nicht groß genug,…

 

Aber glaube mir eins – auch das sind wieder ausschließlich unsere eigenen Gedanken und Bewertungen.

Selten hat uns jemand anderes diese Bewertung eingepflanzt.

Natürlich kommt es vor, dass man durch das, was eine andere Person sagt, verletzt wird. Aber Gefühle kann niemand anderes in uns einpflanzen. Sie entstehen aus unseren Gedanken und diese resultieren aus den Erfahrungen unserer Vergangenheit. Wenn Du Deine Denkmuster und Verhaltensweisen hinterfragst, dann wirst Du immer auf irgendeinen Glaubenssatz stoßen, der schon in frühester Kindheit in Dir entstanden ist und Dich geprägt hat. Gedanken wie: „Ich werde nur geliebt und anerkannt, wenn ich etwas leiste“ oder „Ich bin nicht gut in …“ resultieren aus Aussagen, die uns nahestehende Personen getätigt haben oder Personen deren Meinung für uns wichtig war. Wir alle kennen sie und wir alle haben solche Sätze in uns verankert.

 

Um aus diesen Denkmustern auszusteigen, lohnt sich der Versuch diese mal zu hinterfragen.
Woher kommt dieser Gedanke und wem gehört er? Ist dieser Gedanke wirklich wahr? Ist er tatsächlich wahr und gehört er zu mir? In den meisten Fällen stimmt die Aussage dahinter einfach nicht oder gehört zu einer anderen Person.

Sobald Du das herausgefunden hast, kannst Du Dich entspannt davon verabschieden. Weshalb solltest Du etwas behalten, das nicht Dir gehört? Gib es zurück. Auch wenn Du nicht mehr weißt, wem der Gedanke gehört.

Return to sender!

Das ist natürlich im ersten Moment leichter gesagt als getan. Aber allein das Bewusstsein dafür zu bekommen ist ein gewaltiger Schritt.
Ich wollte einmal Flyer für ein Angebot von mir verteilen und bin losmarschiert, um sie in ein paar Cafés und Läden auszulegen. Und da waren sie plötzlich alle wieder. Diese wundervollen Gedanken von „Bin ich gut genug?“ in den verschiedensten Farben. Ich stand in einem Laden und während ich der Verkäuferin erklärte, um was es ging, merkte ich wie meine Stimme leise wurde und ich nicht in der Lage war mich bzw. mein Angebot so zu vermitteln, dass sie es ebenfalls für gut befindet. Diese Frau hatte ein etwas überhebliches, fast schon arrogantes Auftreten und strahlt großes Selbstvertrauen aus. Aber Achtung! Sie strahlte es aus! Wer sagt mir denn, dass sie das wirklich hat? Vielleicht ist das nur eine Fassade. Eine Schutzmauer, damit ihr niemand etwas antun kann und ihr „Ich-bin-nicht-gut-genug-Gefühl“ aufdeckt.

Ich alleine habe diese Frau bewertet und für mich eingestuft. Nach meiner Interpretation, die aus meinen Erlebnissen bzw. Ängsten resultiert. Mir ist das im Nachhinein aufgefallen und ich habe mich total geärgert – über mich!

 

Schwups war ich jedoch in der nächsten Falle.

Ich habe mich selbst runter gemacht. Dadurch, dass ich mir selbst Vorwürfe mache, warum ich mich schon wieder so klein gemacht habe und mich nicht ordentlich präsentieren konnte, habe ich mich keinen Deut besser gefühlt und die Situation noch mehr aufgebauscht. Es führte zu schlechter Stimmung und negativen Gefühlen.

Ich hätte genauso gut auch Mitgefühl für mich selbst haben können. Zu erkennen, was mir hier wiederfahren ist und mir selbst Empathie und Verständnis entgegenbringen. Das hätte mir viel mehr gebracht!

 

Mittlerweile habe ich dies nachgeholt. Ich bin in das Gefühl gegangen und habe überlegt woher es kommt und ob es wirklich wahr ist, was ich in der Situation über mich und über sie gedacht habe. Schon in der Sekunde in der ich mich das gefragt habe, war mir klar, dass es weder wahr ist, noch dass es zu mir gehört. Es ist totaler Blödsinn so zu denken und doch steckt es offenbar sehr tief.

Aber es geht darum, sich dessen immer mehr und öfter bewusst zu werden. Aufzudecken und zu erkennen. Erst dann kannst Du Schritt für Schritt diese Punkte für Dich auflösen und gestärkt aus dieser Situation gehen. Du hebst regelrecht Dein Bewusstsein auf eine andere Ebene, weil Du plötzlich Liebe für Dich und auch die andere Person empfinden kannst.

Liebe resultierend aus der Empathie, die Du Dir und der anderen Person entgegenbringst, indem Du Verständnis für beide Seiten aufbringst.

 

Es ist kein einfacher Weg und er kann weh tun. Aber dieses gemeine Gefühl von sich klein fühlen und nicht gut genug zu sein, ist noch viel fieser und vor allem hindert es Dich daran, Dich in Deiner vollen Größe zu zeigen. Es hindert Dich am verlassen Deiner Komfortzonen und somit am Wachsen.

 

An dieser Stelle lass Dir noch einmal sagen:

Du bist nicht nur eine Mutter, Du bist eine Heldin!

 

Es grüßt Dich

Deine Susanne

Es mag seltsam klingen, aber in diesem Frühling habe ich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, wie es Frühling wurde.

Ich habe zum ersten Mal so richtig wahrgenommen, dass die Bäume gestern noch kahl waren und heute bereits Blätter tragen. Den Moment, in dem sich die Blüten öffnen, habe ich natürlich verpasst, aber überhaupt so intensiv zu registrieren, dass plötzlich alles grün ist, empfinde ich gerade als großes Geschenk.

Ich habe meine Kinder darauf aufmerksam gemacht und sie freuen sich plötzlich über jeden Busch, den sie entdecken, der jetzt grüne Blätter trägt.

Das klingt in manchen Ohren eventuell ein wenig kitschig, aber es ist wirklich eine Bereicherung, wenn man merkt, dass man sich über solche Ereignisse freuen kann. Überhaupt die Tatsache, dass ich sie jetzt bemerke, ist für mich ein großes Glück.

Denn sie hat etwas damit zu tun, wie ich mein Leben mittlerweile führe. Der Fokus hat sich so sehr verändert, dass ich teilweise überrascht bin, wie weit ich mich von der Person entfernt habe, die ich noch vor ein paar Jahren war. Vielleicht bin ich aber auch wieder zu der Person zurückgekehrt, die ich ursprünglich einmal war? Wer weiß das schon so genau?

Kann man die jeweiligen „Susannen“, die ich in verschiedenen Lebensabschnitten war, für gut oder schlecht bewerten? Ich finde das wäre totaler Quatsch. Jeder Lebensabschnitt mit all seinen Umständen und Verhaltensweisen, die mich dann entsprechend ausgemacht haben, war für sich gesehen gut. Er war gut für diese Zeit. Er war gut für mein Wachstum. Jede Erfahrung, die ich dabei gemacht habe, war wichtig und gut. Ich bin nicht stolz auf jede davon. Aber sie gehören zu mir. Ich trage sie in mir und schätze sie als wertvolles Puzzlestück, das mein Leben gelenkt hat.

 

Nun bin ich also in einem Lebensabschnitt angekommen, in dem ich plötzlich bewusst meine Umwelt wieder wahrnehme. Tatsächlich stehe ich häufig abends am Fenster und nehme all das wahr, was der Tag hinterlassen hat. Kennt ihr den Geruch eines vergangenen Tages? Die Abendluft? Sie wird in der Stadt anders riechen als auf dem Land, aber sie riecht immer komplett anders, als am Morgen. Und auch diese Luft ist einfach nur wundervoll!
Echt doof, dass ich so ungern früh aufstehe…

Mir geht es jetzt weniger um die chemischen und atmosphärischen Prozesse, die dahinterstecken, als vielmehr darum, das Ganze überhaupt wahrzunehmen und zu genießen. Für ein paar Minuten innezuhalten und den Tag Revue passieren zu lassen. Ich mache das gerne, wenn die Kinder im Bett sind. Als Start des Abendprogramms öffne ich das Fenster und denke an das was heute war und was ich mir für die nächste Zeit wünsche. Das kostet nicht viel, aber glaubt mir, es tut unendlich gut.

 

Bewusst sein, bedeutet für mich auch immer bewusst wahrzunehmen, wie gut es mir gerade geht. Besonders dann, wenn ich eigentlich der Meinung bin, dass gerade alles Mist ist. Sobald ich anfange aufzuzählen, was alles wertvoll in meinem Leben ist und wofür ich dankbar bin, werden die negativen Gedanken verdrängt und machen einem Gefühl von Verwunderung Platz, worüber ich mich eigentlich beschwere. In jeder noch so ätzenden Situation findet sich etwas, wofür man dankbar sein kann und was einen glücklich macht. Glaubt mir, ich kann das wirklich beurteilen. Wer einmal um das Leben seines Kindes fürchten musste, kann nachvollziehen, wie schwer es sein kann, in so einer Zeit noch etwas Gutes zu finden.
Ich glaube, ich habe noch nie so viele dankbare und glückliche Momente gehabt, wie in dieser Zeit.
Natürlich hatte ich vorher auch viele glückliche Momente. Aber in dieser besonderen Zeit sind die oberflächlichen Freuden deutlich nach hinten gerückt und machten den Blick frei für die tief gehenden und wertvollen Freuden. Wow! Wie philosophisch…

Mir ist bewusst geworden, welch großes Glück es bedeutet eine Familie zu haben. Eine Familie, die über uns Vier hinausgeht. Ein Zusammenhalt von Eltern, Großeltern und Geschwistern, Tanten und Onkel, Cousins und Cousinen. Aber auch die Freunde müssen an der Stelle mit einbezogen werden, weil auch sie einen wesentlichen Beitrag zum Glück geleistet haben. Zurückhaltung und gleichzeitige Präsenz. Das richtige Maß an Anteilnahme und Ablenkung. Was haben wir uns über die vielen liebevollen Gesten (Luftballons, Päckchen, Karten, etc.) gefreut. Die vielen kleinen Videobotschaften, die voller Liebe für uns und besonders für meine Tochter waren. Ohne, dass es großer Worte bedarf. Einfach nur die Zeit, die uns von jedem Einzelnen geschenkt wurde, in der er sich uns gewidmet hat, war für uns wertvoll und erscheint mir im Nachhinein als so besonders.

Jedem, den ich von dieser Zeit berichte, erzähle ich, dass sie trotz der furchtbaren Umstände, eine unglaublich wertvolle Zeit war.

Eine meiner größten Erkenntnisse war, dass Stress uns den Familienalltag versaut.
Unser durchgetacktes Leben mit seinen Plänen, Terminen und Zeitvorgaben, verursacht so viel Unzufriedenheit und Ärger und wir sind uns dessen viel zu wenig bewusst. Wir empfinden den Alltag als anstrengend, sind genervt und fühlen uns abgehetzt. Am Ende sind wir traurig und frustriert, weil wir die Kinder angemeckert haben und wieder einmal viel zu wenig Zeit hatten uns gemeinsam mit ihnen zu freuen.

Während der Behandlung meiner Tochter, befanden wir uns in einer Art Blase. Mittendrin aber dennoch abseits der normalen Welt. Wir hatten einen festen Termin am Tag, den wir Dank der familiären Unterstützung ganz entspannt abhandeln konnten. Den restlichen Tag verbrachten wir ganz im Einklang mit unseren Bedürfnissen. Abgestimmt auf die Kinder, aber auch so, dass es uns Erwachsenen ebenfalls gefiel. Keine Hektik, kein Stress, kein Druck, kaum Verpflichtungen und keine Erwartungen von außen. Auch dieser Umstand wurde mir erst im Nachhinein bewusst. Wir hatten in dieser Zeit so gut wie nie Stress mit den Kindern. Sie waren völlig entspannt, weil wir es waren. Und das alles, obwohl wir uns doch in einer massiven emotionalen Stresssituation befanden.

Natürlich gab es auch in dieser Zeit emotionale Tiefpunkte, deren Auslöser meist einfach nur die Angst war. Aber selbst diese wurden durch den nicht vorhandenen zeitlichen Druck und die Fürsorge durch Familie und Freunde aufgefangen und überwunden.

 

Ich möchte euch an dieser Stelle elf Faktoren nennen, die mir gezeigt haben, wie einfach man glücklich sein kann und die vieles im Leben erleichtern:

  • Familie wertschätzen und „pflegen“
  • Gegenseitige Fürsorge
  • Auf die eigenen Bedürfnisse hören
  • Energieräuber und Zeitfresser aufdecken und sich zumindest teilweise davon verabschieden
  • Die Kinder als Kinder erleben und von ihnen lernen (sie entschläunigen so ungemein)
  • Klar und deutlich kommunizieren was einem wichtig ist und was man von anderen braucht
  • Gute Freundschaften pflegen
  • Oberflächliche Bekanntschaften ruhen lassen und sich auf die wichtigen konzentrieren (dafür ist einfach keine Zeit)
  • Die vermeintlich kleinen Ereignisse (neue Blätter an den Bäumen) wahrnehmen und wertschätzen. Sie machen schon so glücklich, dass es nicht mehr bedarf.
  • Sich selbst wertschätzen und ein Mitgefühl für sich selbst zulassen.
  • Spiritualität (an irgendwas glauben – völlig egal an was oder wen)

 

Für all diese Faktoren gilt es, dass man sich bewusst darüber wird, was einem wichtig ist. Aber Achtung! Es sind nicht die Ziele, die wir erreichen wollen.

Sondern das Gefühl, das hinter der Erfüllung unserer Ziele steht.

 

Es grüßt euch

Eure Susanne

Ich muss es mir leider eingestehen: Ich war sehr lange eine „Jasagerin“.

Mir ist es schwer gefallen, eindeutig meine Meinung zu sagen, wenn die Gefahr bestand, dass ich damit bei irgendjemandem anecke, wenn meine Meinung nicht so populär war oder wenn ich nicht sicher war, wie sie im Allgemeinen ankommt.

Mit Charme habe ich das ganz gut hinbekommen und ich glaube nicht, dass ich den Eindruck vermittelt habe, eine „Jasagerin“ zu sein. Ab und zu habe ich ja auch meine Meinung gesagt, aber noch viel öfter war ich wütend, weil ich wieder mal zu leise, zu vor- oder zu nachsichtig war.

Kennst Du das? Dieses Gefühl, das sich hinterher bei einem einstellt, wenn man etwas hätte sagen wollen (sollen) und es nicht getan hat oder nicht so deutlich war, wie man es gerne gewesen wäre? Es ist ein furchtbares Gefühl!

Ein Gefühl des Versagens, man hasst sich beinahe selbst und man ist furchtbar deprimiert. Ich gehe dann die Situation immer und immer wieder in Gedanken durch und das macht mich dann meistens noch wütender auf mich selbst und die Person, die gerade meiner Ansage entgangen ist.

Es gibt die Situation aber auch andersherum.
Wenn ich etwas habe, was mir stinkt, was mir auf der Seele brennt und dringend angesprochen gehört. Dann gehe ich das Gespräch in Gedanken schon Tage (Wochen!) vorher durch und überlege, wie ich es sagen könnte und steigere mich regelrecht rein.

Wenn das Gespräch dann stattgefunden hat (sofern das überhaupt der Fall war), dann war es selten (eigentlich nie) so, wie ich es in meinem Kopf geplant hatte und mir fallen danach noch 1 000 Sätze ein, die ich auch noch hätte sagen wollen und es nicht getan habe.

Ich muss aber sagen, es ist besser geworden. Mit den Kindern, kam auch ein gewisser Kampfgeist in mir auf.
Denn jetzt muss ich mich ja für andere einsetzen und das fällt mir deutlich leichter als wenn es um mich geht.

Ich konnte im Business auch immer super verhandeln, wenn es um die Angelegenheiten der Firma ging. Aber die eigenen Verhandlungen, was meine Bedingungen anging, waren eher mittelmäßig erfolgreich.
Ich habe täglich Lieferantenverhandlungen geführt und zu Hause wurden mir Abos am Telefon angedreht und ich war nicht in der Lage, die Telefonistin/den Telefonisten in den Boden zu stampfen und ihr/ihm etwas Vernünftiges zu entgegnen.
Stattdessen hatte ich mehrere Lastschriftverfahren am Laufen, die ich nicht wirklich brauchte, geschweige denn jemals einen Gewinn abwarfen …

 

Warum ist das so? Weshalb fällt es so schwer, sich für die eigenen Belange erfolgreich einzusetzen? Ist das Bescheidenheit oder Dummheit? Ist das respektvoller Umgang oder zu wenig Eigenliebe? Ist es ausgenutzt oder wertgeschätzt werden?

Mein Credo in vielen Angelegenheiten ist: „Der Ton macht die Musik!“ und „Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden willst.“
Nur leider komme ich oft nicht weit mit meiner Moral. Besonders, wenn es ums Geschäft oder Geld geht, schert sich kein Mensch mehr um Moral, Fairness, den richtigen Ton oder Nächstenliebe.
Hauptsache die eigenen Anliegen und Interessen werden erfüllt.

Aber das hat sich mit den Jahren und vor allem mit den Erfahrungen schon sehr gebessert und ich habe durchgehend positive Erfahrungen mit Ehrlichkeit und Direktheit gemacht, wenn sie wertschätzend rübergebracht wird.

Das wertvollste daran ist, dass es mir mit dieser Ehrlichkeit und Direktheit in erster Linie besser geht.
Es ist totaler Blödsinn, Dinge, die einen belasten, Tage oder Wochen mit sich rumzuschleppen und nicht anzusprechen. Vor allem, weil uns dabei oft nur der eigene Kopf im Weg steht, der die Dinge ausschmückt und in den wildesten Farben malt. Solange wir nicht ansprechen, was uns bewegt, solange hat die andere Person ja auch nicht die Chance, die Angelegenheit zu erklären oder geradezurücken. Ich hatte schon oft die Situation, dass die Angelegenheit, nachdem ich sie angesprochen habe, sich ganz anders entpuppte, als ich es mir ausgemalt hatte.
Während ich die Thematik ansprach, merkte ich, dass es doch gar nicht so schlimm ist, wie ich es mir in meinem Köpfchen ausgedacht hatte.

Was auch interessant ist, ist der Aspekt, dass es mir hauptsächlich bei fremden oder nicht ganz so nah stehenden Personen schwer fällt, meine Meinung deutlich zu äußern.
Bei denen es doch eigentlich lange nicht so schlimm wäre, wenn ich sie verärgere. Menschen, die mir sehr nahestehen, wie zum Beispiel mein Mann oder meine Familie, bei denen kann ich das wunderbar.
Habe ich da weniger Angst, sie zu verlieren? Habe ich in diese Personen einfach mehr Vertrauen? Dass sie mit meinen Worten besser umgehen können, weil sie mich ja auch gut kennen? Ist es dasselbe Phänomen wie bei den Kindern, die meinen sich bei uns besonders schlimm aufführen zu können, was sie bei weniger nah stehen Menschen nicht tun würden?
Ich denke, das kann ich deutlich mit einem „Ja“ beantworten.

Seit einigen Jahren gehe ich ganz klar nach meinem Gefühl.
Ich habe gelernt, nicht lange die störenden Gedanken mit mir rumzuschleppen und ihnen zu erlauben, meine Laune negativ zu beeinflussen. Denn es hat sich meistens herausgestellt, dass es sich anders verhält als ich es mir ausmale und ich es schlimmer mache, je länger ich es nicht anspreche.

Sobald es raus ist, geht es mir auch immer sofort besser.
Ganz egal, was es ist!
Es tut gut und ich habe noch niemanden getroffen, der es nicht wertzuschätzen wusste, dass ich anspreche, was mich stört.

Wütende, verletzte oder traurige Gedanken verursachen Stress und Schmerzen.
Und genau das brauchen wir nicht!
Stress haben wir schon mehr als genug. Und Schmerzen verursachen chronisch schlechte Laune und Unzufriedenheit.

Laut dem Gesetz der Resonanz ziehen wir an, was wir fühlen und somit ausstrahlen.
Das gilt es unbedingt zu verhindern bzw. ins Positive zu drehen und deshalb motiviere ich Euch hiermit, immer dem Grummeln im Bauch nachzugeben und Eurem Ärger Luft zu machen.

Lasst es raus und vor allem: Lasst Euch nicht Eure wertvolle Energie rauben, indem Ihr zu viel hinnehmt und runterschluckt, was Euch auf der Seele liegt.
Denn diesen Halbsatz kann man wirklich wörtlich nehmen. Unausgesprochene Themen liegen schwer auf Eurer Laune und Eurer Gefühlswelt und dieser Preis ist zu hoch, um ihn einfach so zu bezahlen und zu hoffen, dass das Konto auf irgendeine andere Weise wieder ausgeglichen wird.

Mehr NEIN zu allem, was uns schwer auf der Seele liegt und mehr JA zu allem, was uns gut tut!

Hach es ist schön, solche Blogartikel zu schreiben… ;-)

Es grüßt euch

Eure Susanne

Wer kennt sie nicht? Plötzliche Einfälle, die einem in den Sinn kommen und sich super anfühlen.
Aber meist dauert es nicht lange und dann kommen auch schon die Zweifel.
Bin das wirklich ich?
Passt das zu mir?
Was sagen denn die Anderen?

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